Seite wählen

Hybrid, dezentral, transparent und beteiligend – lasst uns VUCA rocken!“ – bei all den beängstigenden Meldungen, der Last von omnipräsenten Transformationen und Veränderungen in allen Bereichen, war es mir ein Anliegen mit meiner Keynote beim #PMK22 in Berlin etwas POSITIVE ENERGIE zu verschenken.

Weniger Angst,
mehr ZU- & VERTRAUEN

Anhand diverser, praktischer Beispiele habe ich gezeigt, was jede oder jeder Einzelne bewirken kann – und dazu muss man nicht CEO sein. Hier im Artikel jetzt einige der Gedanken aufgeschrieben – mit Bildern und Tweets die parallel entstanden.

Es ist nicht naiv zu glauben, wir könnten etwas verändern!

Mit einem positiven Menschenbild (auch wenn es manchmal schwer fällt) und dem eigenen Vorleben einer erstrebenswerten Zukunft, gewinnen wir das Vertrauen, die Herzen und durch den Erfolg auch jene, die Zahlen, Daten, Fakten brauchen, um zu glauben, dass sich Arbeit auch völlig anders anfühlen kann.

Der PMK22 bringt PersonalentscheiderInnen und OrganisationsentwicklerInnen aus vielen Unternehmen zusammen.

In meinem Impuls nahm ich Bezug auf verschiedene Projekte und Initiativen der letzten Jahre, um zu zeigen, dass positive Disruption NICHT durch „Verbesserung von Bestehendem“ (trotzdem wichtig, aber das ist „continuous Improvement“) – meist Effizienz-Steigerung oder Qualitätssteigerung (am Besten beides) ist, sondern tatsächlich etwas ganz anders oder etwas anderes zu tun – idealerweise an die neuen Rahmenbedingungen und Möglichkeiten angepasst.

Ein wichtiger Aspekt dabei ist mir der Umgang mit Komplexität. „Können wir damit umgehen?“

Ich bin überzeugt,
dass wir perfekt für den Umgang
mit Komplexität ausgestattet sind.

… von Natur aus

Als komplexe Wesen in einer komplexen Umwelt – die sich kontinuierlich selbst erneuert, verändert, durch Zyklen läuft ist Komplexität der NORMALZUSTAND. Was wir versuchen aus der Welt zu machen – ist eine „respektlose“ Simplifizierung. Mit „respektlos*“ möchte ich niemanden an den Pranger stellen, sondern auf die Diskrepanz zwischen dem Reichtum an Diversität (Unterschiedlichkeit) und unseren antrainierten Reduktionsmethoden hinweisen.

Nichts in der Welt ist
schwarz-weiß, richtig oder falsch, gut oder böse!
Das wäre eine respektlose* Vereinfachung!

Beschäftigen wir uns mehr mit den vermeintlichen Eindeutigkeiten,
erkennen wir die Komplexität dahinter – das birgt sehr viele Chancen!

Ein Beispiel für den hilflosen Ruf nach Vereinfachung ist unsere Kommunikation. Viele sind heute schon von Ihrer Kommunikation (eMail, Chats, Newsletter, Webcasts…) überfordert: #InformationOverflow … das wird sich aber nicht ändern – eher noch steigern.

Wir haben Lösungen für einen ANDEREN UMGANG mit Kommunikation: Soziale Netzwerke wurden „erfunden“ um mit skalierbaren TeilnehmerInnen effizient umgehen zu können. Filter, Relevanzerhöhung (Likes) und Folgen/Vernetzen sorgt dafür, dass wir nur noch wirklich – für uns Relevantes bekommen… wenn wir wissen wie.

Vereinfachung scheint die einzige Antwort auf all die Veränderung, Beschleunigung, die Informationsflut, Kommunikationskanalvielfalt, Ablagesysteme, Umweltprobleme, Mobilitätsherausforderungen, Talentmanagement, Rollenbeschreibungen, Budgetverwaltung, IT Systeme… ALLES muss einfach, selbsterklärend und „userfreundlich“ sein.

Das Tier, das wir füttern wächst – darum sollten wir mehr über MUT, VERTRAUEN und SOLIDARITÄT sprechen.

Vieles ist schon viel besser geworden, dennoch zeigen unzählige Studien, dass Dinge nicht einfach sind! Menschen lernen unterschiedlich, haben teils gegensätzliche Bedürfnisse (Stabilität-Dynamik, Ruhe-Party, Geschwindigkeit-Achtsamkeit) – besonders über die Lebensphasen hinweg. Wir haben auch unterschiedliche Talente – die sich auch ändern (können), Vorlieben und sind auch irgendwann Dingen überdrüssig.

Wir sind BUNT,
als individuum, Team oder Gesellschaft

Respektieren wir diese Vielfalt und setzen diese im nächsten Schritt auch noch ein, entsteht noch mehr Vielfalt – mehr Optionen.. und damit mehr Komplexität und Dynamik. Gleichzeitig wird dadurch so Vieles einfacher, relevanter, angenehmer und individuell passender – so dass nicht mehr eine/r (z.B. Zentralabteilung/Projektteam) alles perfekt vorbereiten und ausrollen muss, sondern ein GEMEINSAMES WIRKEN entstehen kann – in unterschiedlichen (passenden) Geschwindigkeiten und mit deutlich höherem Kommitment und dadurch auch besserer Nachhaltigkeit.

Verhaltensänderung per Einbahnstraßen-Newsletter-Kommunikation kann nicht klappen. Wer hat schon mal per eMail oder Flyer aufgehört zu rauchen oder begonnen sich nur noch gesund zu ernähren/Sport zu treiben.

Verhaltensveränderung ist das Schwierigste!
besonders wenn es viele betrifft

etwas Demut vor dieser Aufgabe ist hilfreich

Neue Formen der Führung, agileres Arbeiten, neue Kommunikationskanäle oder Formen, Hybrides und Asynchrones Arbeiten, neue Datenmöglichkeiten, Mobilitätsarten, Cooperation mit Software (AI) oder Robotern und Umgang mit Virtual Reality … all dass bedeutet am Ende neue Rahmenbedingungen, die ein neues/anderes Verhalten erfordern oder bedingen.

WIR KÖNNEN DAS!

so voll war der Kuppelsaal bei meiner Keynote leider noch nicht…

Jedes Kind kommt mit einem unstillbaren Neugierhunger auf die Welt – wir probieren schamlos alles aus, machen Fehler ohne Reue und SPIELEN uns zum Erfolg und dem Verstehen der Welt um uns herum. Dann beginnen wir in unseren „Systemen“ Menschen zu konditionieren. Wir erklären was richtig und falsch ist, wie man ein Haus malt, welche Farbe der Himmel zu haben hat, wie man den Stift hält und wie lange es dauern darf.

Nach 10-15 Jahren Konditionierung in dieses Reduktionssystem steigen wir in Organisationen ein, in denen alles von der Bewerbung bis zum Ausscheiden in Prozessen, Regeln und Vorschriften standardisiert ist. Karriere fördert die Angepassten und filtert die Anstrengenden. Dann heißt es plötzlich

THINK OUTSIDE OF THE BOX
nur… warum stecken wir die Menschen überhaupt in Boxen?

Weil wir doch kein Wunschkonzert machen können, weil Individualisierung Komplexität zur Folge hat … aber eben auch Demotivation, Assimilation, Aufgabe – und die ist inzwischen so relevant, dass wir die Systeme (endlich) in Frage stellen. Zudem können wir heute auch mit zig-Tausenden gleichzeitig sprechen (Social Media), Wir haben unzählige Möglichkeiten der Begleitung und Cooperation.

Viele stellen aber jetzt fest – „Meine Leute sind nicht kreativ“, „Die wollen/können das nicht“, „Sie übernehmen keine Verantwortung“… Natürlich! (behaupte aber das ist nur eine Beobachtung innerhalb dieser Rahmenbedingungen – in ihrer Freizeit sind genau diese Menschen sehr wohl kreativ, mutig und kooperativ, übernehmen Verantwortung und sind leidenschaftlich in Ihren Themen)

Warum sollte jemand, dem man x- Jahre lang
das Denken verboten hat,
plötzlich kreativ, neugierig, verantwortlich mitdenken
… oder einfach mal machen?

Wir können UNS ändern – damit haben wir den größten Einfluss auf unsere Umwelt

Wie oben erwähnt, können wir das alle – einige haben es vielleicht verlernt, brauchen es nicht oder finden es zu aufwändig. Ich erlebe allerdings kaum jemanden, die/der nicht wieder neugierig und mit Freude an ein Thema geht, wenn er/sie:

(begleitete)
Autonomie und Selbstwirksamkeitserfahrung

erlebt. Nach 2000 ausgebildeten GUIDEs aus vielen Kulturen, Altersklassen und Kompetenzbereichen, über 2500 regionalen, Cross-funktionalen Local Evergreen Teams (dezentral, autonom) und vielen anderen Netzwerken, Communities und diversen Projektteams, die ich aufbauen, mit denen ich arbeiten durfte, bin ich überzeugt:

in uns ALLEN schlummert der Wunsch nach
Wirksamkeit und Anerkennung

Um diese Wirksamkeit zu erleben, Wertschätzung zu erhalten, von und miteinander zu lernen, braucht es eine offene, soziale Plattform (Social Media) – Enterprise Social Network…

es ist immer wieder erstaunlich,
wie wenige Organisationen bisher die
Grundlage für vernetztes Arbeiten geschaffen haben…

Ohne ESN, keine Netzwerkorganisation.

Der Motor dazu ist wie oben genannt, ein gewisses Maß an Handlungsfreiheit, WIR Gefühl (ich bin nicht allein) und dann erlebte Selbstwirksamkeit. Ob das beim Lernen (das kann ich auch noch schaffen), bei neuen Tätigkeiten (Wir sind alle irgendwann bei allem Anfänger – und müssen nicht sofort alles „können“) oder in der Verantwortung ist – das Prinzip scheint überall zu funktionieren. Modern heißt dass dann wohl Gamification. Intrinsisch motiviert spiele ich mich von Level zu Level und feiere meine Erfolge.

Lasst uns den Menschen und uns selbst wieder mehr ZUtrauen
das schaft Vertrauen und Zukunftsmut

Zum Nachdenken:

Am Ende sind viele der Attribute, die wir von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern heute wünschen, Aspekte von Führungsrollen, die dafür extra bezahlt werden. Was also „haben die MitarbeiterInnen“ davon, Führungsaufgaben zu übernehmen, sich selbstständig weiterzuentwickeln, Unternehmertum zu zeigen? Einfache Antwort: morgen noch einen Job. So einfach ist es aber auch nicht… und wie verändert sich dann die Rolle der Führungskräfte, wenn sie weniger Managen und Wissen und Verantworten (müssen)?

Herzlichen Dank an den Personalmanagementkongress für die „Bühne“ und besonders die VUCA Rocker Sebastian Kolberg und Alexander Kluge für die Fotos und Tweets meiner Keynote! Ich EMPFEHLE den Beiden unbedingt auf Twitter/Linkedin zu folgen – es lohnt sich und ist eine wunderbare Inspiration.