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FlashForge Adventure 3
3D Drucker FlashForge Adventurer 3

Angefangen hat es mit einem Aufruf aus meinem Netzwerk, wer einen 3D Drucker besitzt und dezentral bei der Beschaffung eines Gesichts-Schutzes helfen könnte. Selbst hatte ich bisher noch keinen eigenen 3D Drucker, da ich bisher noch nicht genug Zeit hatte, mich damit zu beschäftigen. Da ich von meinem Netzwerk aber sicher wußte, dass es hier Experten dafür gibt, habe ich diese Anfrage gerne weitergeteilt.

Werner Motzet – ist einer dieser großen Vorbilder im Netz (und außerhalb), den man sicher nicht zweimal bitten muss. Innerhalb kürzester Zeit hat er sich alle Infos geholt und mit dem 3D-Druck begonnen – damit aber nicht genug, die Vorlagen verbessert, Tests gemacht und seine Ergebnisse geteilt.

Es hat mir aber keine Ruhe gelassen, nur andere um Hilfe zu bitten, darum habe ich parallel dann auch einige Zeit damit verbracht, zu lernen, welche Geräte es gibt, was der Stand der Technik ist, über Probleme und Lösungen gelesen, Plattformen gefunden und mit in diversen angemeldet. Dort gibt es Vorlagen für alle möglichen Ersatzteile, kleine Helfer oder sehr coole Gadgets.

Was ich nicht gefunden habe, war eine einfache Darstellung, was man alles so braucht zum 3D Druck – hier mein Versuch:

Grundschritte im 3D Druck - CAD > Slicing > Print
3D Druck Grundschritte: CAD Zeichnung > Slicing > Drucken

Fotos und Infos aus den ersten Print-Tagen:

KEINE KAUFBERATUNG, alle Produkte selbst bezahlt, Links ausschließlich zur Qualitätssteigerung des Artikels!

Angefangen hat alles mit diesem Post auf LinkedIn:

Innerhalb von 3 Tagen war der Drucker von Flashforge ordentlich verpackt von 3Dmensionals für 379,00€ da. Wer hofft ein Deutsches oder Europäisches Produkt zu finden, wird lange suchen müssen, ich konnte keines (zu halbwegs bezahlbaren Konditionen mit OnlineInfos und Support) finden. Im Paket ist alles drin, inklusive dem ersten Filament, mit dem man erstaunlich weit kommt.

Die Einrichtung ging mindestens so schnell und einfach wie die eines normalen Bürodruckers. Er ist natürlich etwas lauter, aber man kann nebenbei noch problemlos telefonieren, arbeiten oder sich unterhalten. Das ist wichtig, da die meisten Druckaufträge mehrere Stunden laufen. Da ich mit Sonnenstrom drucken möchte, betreibe ich ihn tagsüber.

Das touch-Display macht alles sehr einfach, Dialoge sind auf Deutsch und mit den Videos auf YouTube sollte keiner ein Problem haben – hier eines, das recht vollständig einen Einstieg erklärt (Englisch)

Zum Testen ist das erste Modell im Drucker schon gespeichert – man kann also sofort (nach dem Laden des Filaments und dem Kalibrieren der Grundplatte (Höhe des Druckkopfes einstellen)) den ersten Testdruck starten:

Hier eine Großansicht des Würfels mit 2 cm x 2 cm x 1 cm – ich war sehr überrascht, wie leicht und stabil er war (3D Modelle sind in der Regel innen nicht komplett mit Material gefüllt, sondern mit einer Wabenstruktur verstärkt – das spart sehr viel Material.

Der eigentliche Grund war natürlich der Druck von Gesichts-Schutz-Bügeln, die ich dann auch schon nach der ersten Stunde zu drucken begann (Die CAD files gibt es in unzähligen Plattformen – eine der bekannteren ist wohl: Thingiverse

Das erste Shield, dass ich drucken wollte – siehe nächstes Bild – ist dann allerdings an der zu kleinen Plattform (15 x 15 cm) gescheitert. Zu nahe am Rand bleibt das Filament wohl nicht gut haften.

So lange ich auf die optimierte Druckvorlage gewartet habe (Vielen Dank an der Stelle nochmal an Werner für den grandiosen Support!!!), habe ich mich an das Modell gemacht, das wohl jeder 3D Druck Neuling druckt: Das #3DBenchy

Dieses kleine Schiffchen ist eigentlich ein Testdruck, der die Qualität eines Druckers zeigen soll. Kurven, Löcher, Überhänge, Winkel, Flächen… kann man damit sehr gut beurteilen.

Ich hatte einige Probleme mit der Haftung an der Grundplatte, die ich inzwischen größtenteils durch Reinigung der Platte mit Reinigungsalkohol – nach jedem Druck – beheben konnte. Dennoch gibt es immer wieder Fehldrucke, die aber mit hoher Wahrscheinlichkeit auf meine Unkenntnis zurückzuführen sind. Der Druck im nächsten Foto ist vermutlich gescheitert, weil ich das Model etwas verkleinert hatte (um Material zu sparen) – dadurch waren die seitlichen Säulen wohl zu dünn…

Hat auch nicht lange gedauert, bis die ersten Druckaufträge aus dem Freundeskreis eintrafen, die ich natürlich gerne umgesetzt habe…

Werner und sein Team hat das „Face-Shield-Design“ mehrfach überarbeitet und an unseren Drucker angepasst – so ließ sich der eigentlich 16 x 19 cm große Kopfbügel auf der kleinen Druckplatte drucken:

Hier das Original Druckfile für verschiedene Drucker von Werner Motzet: FaceShield EUROPE ISO838 V2 and NA 3hole bzw das FaceShield for 150x150mm 3DP Europe ISO838 and NA 3 hole (das ich verwende)

So sieht das FaceShield dann mit montierter Klarsichtfolie aus. (Ich hatte noch über 100 davon aus der „analogen“ Zeit übrig – sie waren damals als Deckfolien für Präsentationen gedacht und warteten bereits mehr als ein Jahrzehnt auf Wiederauferstehung. Mit einem Standard-Locher kann man in der A6 Einstellung die 4 Löcher problemlos an die richtige Stelle stanzen. Um Verletzungen vorzubeugen habe ich alle Ecken noch abgerundet (dafür gibt es auch praktische Eckenstanzer)

Ärzte, Kliniken, im Sozial- und Pflegebereich konnte ich schon dankbare Rückmeldungen bekommen, da dort gerade Anfang April dieser Gesichtsschutz noch kaum verfügbar war. Gerade für dezentrale Versorgung sind 3D Drucker eine spannende Weiterentwicklung.

Hier sind noch einige Links

die ich gerne teile und hoffe dass sie Euch auch weiterhelfen:

Auf YouTube habe ich eine 3D Druck Playlisten erstellt

auf der ich die Videos sammle, die mir bei konkreten Problemen geholfen habe, oder wertvolle Basics, Hinweise oder Tipps&Tricks gegeben haben:
(gerne https://www.youtube.com/playlist?list=PL7ljawXsijsbfs71KprLSGEgyOqVlArhr abonnieren)

Damit erst mal Viel Freude beim Drucken und ich freue mich auf Austausch und voneinander Lernen – ich werde weiter berichten und freue mich auf Kommentare, Likes und – wenn es Euch geholfen hat – gerne weitergeben.