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Harald Schirmer - Top HR Influencer

Vielen Dank an das Personalmagazin und das Team von Haufe, dass mich auf Platz 4 der 10 Top HR-Influencer 2020 gewählt hat. Der Umgang mit Sozialen Netzwerken ist für mich eine (Lern-)Reise, die im HR Umfeld seit bald 10 Jahren mit im Schnitt einer Zeit-Investition von mindestens 20 Minuten pro Tag einhergeht. Also stattliche 1.200 Stunden recherchieren, lernen, netzwerken, teilen, schreiben, lesen, bewerten, wertschätzen, kommentieren – auf diversen Kanälen. (ohne längere Artikel, Keynotes, Interviews, Buchbeiträge, Studien etc.)

In diesem Artikel möchte ich deshalb ein paar Highlights, persönliche Erfahrungen, meinen Umgang mit Social Media und Hintergrundzahlen dazu teilen:

Der Begriff „Influencer“ hat viele Bedeutungen (negativ wie positiv). Weder bin ich YouTube, TicToc oder Instagram Star noch klassischer Lobbyist oder Entscheider. Das Ziel meiner Arbeit ist Menschen zu inspirieren, zum Nachdenken oder zum Austausch zu animieren und mich selbst dabei weiter zu entwickeln. Diese skalierbare Form, in digitalen Netzen andere zu erreichen, ist für mich eine essentielle Grundlage meiner Arbeit innerhalb von Continental und extern. Beides ist jedoch eng miteinander verknüpft.

Social Media – für mich Social Learning

Blog Statistik 13. Juli 2020 - harald-schirmer.de
Blog live Statistik vom 13. Juli 2020

Im Kern ist Social Media für mich als „Social Learning“ schon seit den 90er Jahren eine effiziente Form mich zu informieren, auszutauschen und von dem was ich lerne, etwas zurückzugeben.

So sind in meinem privaten Blog bereits über 900 Artikel seit 1996 zusammen gekommen (gezählt seit 2011: 2,67 Millionen Zugriffe).

Bei Continental konnte ich ca. 2000 das erste Intranet aufbauen, 2004 im Entwicklungsbereich mit über 600 Seiten, 2008 dann mit einem Kollegen zusammen ein erstes selbstgestaltetes, Business SocialNet mit bald über 5000 Nutzern weltweit. 2011 konnte ich dann das globale Enterprise Social NetworkConNext“ mit einführen.

Was heutige Soziale Netze – sinnvoll eingesetzt – alles leisten können, habe ich hier zusammengefasst.

Innerhalb der Continental AG im ESN sind es inzwischen über 1000 Artikel in diversen Blogs und Communities, davon in meinem persönlichen Blog 313 Beiträge mit knapp 100.000 Zugriffen, 1453 Kommentaren und ca. 6000 Likes. Unter den Top 5 meist-kommentierten internen Blogs bei Continental, fallen 4 in meinen Verantwortungsbereich mit 1,2 Million Zugriffen.

Slideshare – mit über 112.000 Downloads meiner Slides/Beiträge

Einige Beiträge sind auch öffentlich verfügbar über Slideshare (z.B. unser Manifest und Präsentationen), diverse Vorträge und Keynotes und Projekt-Team Videos um einen Einblick in unsere Kulturentwicklung bzw. Werte-orientierte Arbeit zu geben (und den Mitarbeitern die Möglichkeit ihre tolle Arbeit zu Hause zu zeigen).

z.B.: eines der Videos auf YouTube (alle BusinessVideos aktuell knapp 40.000 views)

Auch eine Reihe von Podcast Interviews ist inzwischen zusammen gekommen. Hier bietet sich die Möglichkeit mit spannenden Interviewpartnern zu reflektieren was wir tun – und vor allem wie. Storytelling in Podcasts sind eine großartige Möglichkeit, Emotionen, Kultur und Wirkungen erlebbar zu machen – sowohl als Audio oder Video, da die üblicherweise authentischer rüberkommen. Hier z.B. Podcast „On The Way to New Work“ (15.700 Zugriffe)

Über diese Veröffentlichungsmöglichkeiten ergeben sich Kontakte zu Experten, Universitäten, Regierung, anderen Firmen und Redakteuren, die wiederum weitere Türen öffnen. Mir geben diese Kontakte und vor Allem Netzwerke die für mich notwendige Sicherheit, den Überblick zu behalten.

Ich kann quasi jede Frage stellen und bekomme mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit – sehr schnell – wertvolle Antworten aus diversen Perspektiven, hochwertiges Feedback – und noch viel wichtiger: Eine relevante Netzwerk-Bewertung der Inhalte (= Reduktion auf das Wesentliche) sowie Antworten zu Fragen, die ich mir noch gar nicht (in meiner Filterblase) gestellt habe.

Aus der, durch die vielen Themen gefühlten – disruptiven Revolution – wird damit durch kontinuierliches Social Learning … eine überschaubare Evolution.

Themen und Haltung

Persönlich versuche ich mich auf Themen und eine Haltung zu konzentrieren, die ich „verstärken“ möchte. (Das Tier das man füttert, wächst) Wenn ich also etwas bewirken möchte, sind Inspiration, Vorleben, Erfolge feiern, Positives hervorheben aber auch mal Zweifel säen bzw. kritisch nachfragen meine wichtigsten Werkzeuge.

Ich möchte mich mit Menschen vernetzen,
die aktiv eine erstrebenswerte Zukunft,
gemeinsam gestalten wollen.

Eine weitere Möglichkeit sich einzubringen, Reputation zu steigern bzw. ein klein wenig Einfluss zu nehmen sind die unzähligen Umfragen, Studien und Unterstützung von Universitäten. Der Großteil läuft im Hintergrund und wird nur bestimmten Zielgruppen zur Verfügung gestellt – selbst bleibt man so jedoch gut informiert, wie andere über die spannenden Themen abstimmen. Manche Projekte haben darüber hinaus größere Öffentlichkeitswirkung wie kürzlich diese von TheKeenFolks „Bridge the digital Gap“

LIDA 2014 - Project Leader of the Year: Harald Schirmer

Diese kontinuierliche Präsenz in diversen Plattformen, einer Vielzahl an Keynotes und scheinbar geschätzten Beiträge gibt es auch ab und an Wertschätzung durch Auszeichnungen, Nominierungen oder Berichte in Magazinen.

Besonders spannend ist auch die Jury-Arbeit z.B. beim Digital Leader Award der IDG. Damit bekomme ich Einblicke in die jeweils besten DigitalProjekte im deutschsprachigen Bereich.

Kritik ist wichtig, Meckern aber meist wirkungslos.

Was darf man sagen/schreiben, was lieber nicht? Was ist mutig, was dumm – manchmal eine echte Grat-Wanderung. Leider ist mir auch manchmal eine Aussage „ausgerutscht“, die nicht mit meinen/unseren Werten kompatibel sind, emotional aufgeregt, zu schnell publiziert oder nicht genug reflektiert. Gleichzeitig ist es mir wichtig, emotional und authentisch zu bleiben. An der Stelle auch die bitte um Entschuldigung für den einen oder anderen Angriff, der durch polarisierende Aussagen entstanden ist.

Twitter Statistik Harald Schirmer

Eine richtig gute Lösung für diese Dilemma habe ich jedoch noch nicht gefunden: Die für knackige Überschriften oder Tweets notwendige Verkürzung oder Vereinfachung kann der Diversität der Menschen, Organisationen, Verhalten kaum gerecht werden.

Twitter Profil Harald Schirmer

Auf Twitter sind in 11 Jahren über 23.000 Tweets zusammengekommen. Mit der Zahl der Follower steigt natürlich auch das Risiko, Grenzen zu übertreten. Eine kleine Einführung in Twitter gibt es hier.

Jede Plattform hat andere Anwendungsarten. Twitter verwende ich unter Anderem als Event-Dokumentation, zum Erfahrungsaustausch, als Promotion, zum Lernen und Wertschätzung zu zeigen – es ist für mich mehr ein Multitool, das extrem wertvoll für beteiligende Zusammenarbeit und transparente Kommunikation nützt – zudem ist es das welt-schnellste Informationsmedium.

Aufregendes verkauft sich besser – gerade in Social Media. Wer seine Followerzahl oder die Likezahl kurzfristig erhöhen will, wird das mit Anklagen, Schuldzuweisungen, Misstandsbekundungen in der Regel schnell schaffen. Mein Ziel ist aber Dinge zu verstehen und wenn möglich, positiv zu beeinflussen. Dabei helfen mir nachvollziehbare Argumente, Bilder, eine verständliche Sprache und Berichte eigener Erfahrungen (neudeutsch Storytelling).

Für Themen einstehen kann ich dann, wenn ich genug darüber weiß, beteiligt bin, oder aktiv etwas bewegen kann. (love it, change it, leave it). Mir sind einige Fragen untergekommen, die ich zwar versucht habe, zu klären – aber einfach nicht für mich erklärbar, lösbar oder beeinflussbar waren/sind. Da kann ich auch mal die Klappe halten 😉

Die emotionale Wirkung des „Publish“ Knopfes

…kennt wohl jeder, der seinen ersten Beitrag in irgendeinem Sozialen Netzwerk schreibt. Wer wird das lesen, 3 Milliarden potentielle Leser? Was sagt die Pressestelle meines Arbeitgebers dazu? Wie findet das meine Familie, mein/e Chef/In, Freunde? Liest es überhaupt jemand? Was wenn jemand kritische Kommentare schreibt – ich einen Shitstorm ernte?

Die Selbstzensur aus Angst, etwas falsch zu machen, ist nicht zu unterschätzen!

Natürlich gewöhnt man sich relativ schnell daran – besonders nachdem man feststellt, dass die Zahl der möglichen Leser mit der der Tatsächlichen so überhaupt nichts zu tun hat.

Bis eine relevante Zahl von Menschen die eigenen Artikel, Tweets oder Kommentare wahrnehmen, dauert es lange – sehr lange. Auch heute mit knapp 10.000 Followern auf LinkedIn gibt es viele Beiträge, die umkommentiert bleiben – egal für wie relevant ich sie selbst halte. Für mehr Menschen scheinbar relevante Artikel mit über 10.000 Zugriffen waren z.B. „Mut zum Wandel – Kleine Inspiration für Organisationsrebellen„, „New Work trifft Realität„, „Mitarbeiter an Entscheidungen beteiligen“ – einem Projekt für die Continental im Zusammenhang mit mobilem Arbeiten, Teilzeit und Sabbatical oder „Der CDO wird’s schon richten“ aus 2017.

Ich sehe mich als Organisationsrebell oder „trusted irritator“ mit dem Ziel die Arbeitswelt positiv zu verändern, das möchte ich weder zerstörerisch tun, noch auf eine Art und Weise, die zwar einem kurzen Moment of „FAME“ führt, aber mit negativen Konsequenzen gleich wieder verpufft.

Mein „Influencing“ ist mehr ein „hin zu
mit erstrebenswerten Bildern,
weniger ein „weg von“.

Viele Organisationen entdecken die Kraft von authentischen Mitarbeiter-Interaktionen, der „unbezahlbaren“ Wirkung von persönlichen Erlebnissen. Mich freut es, dass die vielen VUCArocker und unerschrockenen Meinungsbildner (Corporate Influencer) langsam die verdiente Wertschätzung bekommen.

Continental nutzt immer mehr die“power of social networks“ mit unseren zentralen Seiten auf Facebook LinkedIn Twitter Instagram aber auch über das globale Ambassador Program und die Employee Advocacy Initiative.

Die vollständige HAUFE HR-Influencer-Liste mit Tipps und weiteren Hintergründen ist auch als Druck im Personalmagazin 7/2020 erschienen.