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Denk mal mit

Kürzlich bin ich über die #NeidDebatte gestolpert und konnte mich nicht erinnern, Neid in „meinen“ Netzwerken bisher sichtbar erlebt zu haben, während in hierarchischen Strukturen, auf externen Plattformen, in Politik und Privatleben dieser sehr verbreitet scheint.

Neid oder Bewunderung…was entscheidet?

In unserem GUIDE-Netzwerk (>1500 Kollegen aus 50 Ländern) werden „Besonderheiten“ eher bewundert, nachgeahmt, wertgeschätzt oder sich gemeinsam über erreichtes gefreut – das kann natürlich auch im Firmen-Kontext nur eine sehr einseitige Sichtweise sein, da nur diese Seite über Enterprise Social Networks „ausgelebt“ wird…

In zwei sehr Perspektiven-reichen Diskussionen habe ich die Frage dann an meine Kontakte in Facebook und Twitter gestellt – über einhundert Antworten kamen dabei zusammen:

Um dem Ganzen noch weiter auf den Grund zu gehen und hier auch eine Konsolidierung anzubieten, entstand dieser Post (der nur eine kleine Zusammenstellung darstellt und zur Reflexion einladen soll):

Hier das grundlegende Mindmaps, in dem ich versucht habe das Feedback und die Recherche zu kategorisieren:

Neid Themen Sammlung - Harald Schirmer

Neid Ursachen

  • versteckter Wunsch
  • Missgunst (Charrakter)
  • geprägter Glaubenssatz
  • SelbstWERTgefühl
  • Vorleben im Umfeld
  • Umgang mit Medien (stetiger Kontakt mit Idealbildern z.B. Instagram)
  • Auswirkung von political Korrektness?

erhellende Neid Zitate

… steckt oft viel Inspiration und Erkenntnis drin

Neid ist die Unzufriedenheit mit sich selbst – wer mit sich im Reinen ist, den interessierte es nicht, was die anderen
haben/denken/sagen

„wo kein Vergleich stattfindet, gibt es auch keinen Neid.“

Francis Bacon

„Die Welt des Habens besteht auch Vergleichen (Wettkampf), die Welt des Seins aus Vorleben“

Ute Schulze

Neid ist die Zeit damit zu verplämpern, anderen beim glücklich sein zuzusehen

Nicole Seichter

Neid empfindet derjenige, bei dem ein Mangel vorhanden ist.

Sandra Bauer

„Der Töpfer grollt dem Töpfer und der Zimmermann dem Zimmermann, es neidet der Bettler den Bettler.“

griechischer Dichter Hesiod (700 v Christus)

#Neid entsteht oft aus dem nicht hilfreichen Gedanken, dem Objektbezug, dass das Objekt des Neides einen Einfluss auf Glück oder Zufriedenheit hat.

Angstlotse

„…sprach vom scheußlichsten Laster einer grämischen, sich selbst folternden und auf Zerstörung des Glücks anderer gerichteten Leidenschaft, die gleichwohl in der Natur des Menschen liege“

Immanuel Kant

Neid ist ungöückliche Selbstbehauptung.

Kierkegaard via Werner Motzet

Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.

Kierkegaard via Werner Motzet

Vergleichen lockt, wenn ich nicht mit dem, was mich erfüllt, beschäftigt bin.

Tara Mohr via Alexandra Perl

„Neid ist die aufrichtigste Form der Anerkennung“.

Wilhelm Busch

Mitleid bekommt man geschenkt, Neid muss man sich
verdienen.

Robert Lebke

Mancher lehnt eine gute Idee bloß deshalb ab, weil sie nicht von ihm ist.

Luis Bunuel

Jeder wäre gerne Cary Grant. Sogar ich wäre gerne Cary
Grant.

Cary Grant

Wir denken selten an das, was wir haben, aber immer an das, was uns fehlt.

Arthur Schopenhauer

Neid Verstärker

  • Bewertung / Vergleich
  • gefühlte eigene Wirkungslosigkeit
  • Art der Beziehung (Freund, Neutral, „Feind“)
  • unveränderliche Umstände (alter, Krankheit, Defizit, Isolation
    ….)
  • Umfeld
  • soziale Distanz, oder Nähe (zu den Beneideten)
  • Ego
  • fehlende Selbstdisziplin (aktiv das beneidete selbst erreichen zu wollen…)
Neid als Gefühl

Wirkung Von Neid

  • Widerstand gegen Veränderung
  • Selbstwertgefühl, Selbstbewusstsein
  • je nach Charakter Unzufriedenheit, Trauer, Wut, Aggression
  • Scham – nicht passend zur Leistungsgesellschaft – „streng dich mehr an“
  • man hört nicht mehr zu, sondern referenziert alles auf das eigene Bild
  • Neid als positiver Impuls: Entwicklungswunsch in mir
  • Abgrenzung
  • Angriff (bei Missgunst)
  • Anhaltender Neid > körperliche Folgen möglich.
    (Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden, Herz-Rhythmus-Störungen oder gar Depressionen)

Bedeutung, Herkunft

Wert – Vergleich – Neid

  • Vergleich mit Anderen
  • Unzufriedenheit mit sich selbst, eigene Defizite (eigener
    Veränderungsbedarf)
  • andere verantwortlich machen
  • Ausprägung
    • nicht haben
    • nicht können
    • nicht erreichen
    • nicht sein
    • Machtlosigkeit
  • Falscher Vergleich
  • Trennung von Wert (Dinge, Fähigkeiten, Ergebnisse) und Person
  • Herkunft Glaubenssätze
  • Gesellschaftliche Trennung (Die und Wir)
  • Schule, Bildung, Berufe, Herkunft, Glaube, Geschlecht…
  • Vorurteile
  • Selbstwertgefühl
  • Zufriedenheit mit sich selbst, Empathie, Liebe, Respekt

Neid und Macht

Neid durch ein unvollständiges Bild

  • Instagram (Die Welt der anderen scheint perfekt)
  • Neid als Zeitverschwendung, weil zu eingeschränktes Bild auf andere (nur „Highlights“ sichtbar)
  • Neid als Ergebnis fehlender Informationen (nur Ergebnis
    sichtbar, nicht der Weg)

Neid durch ein vollständiges Bild reduzieren

Sich nicht auf den einen Neid erzeugenden Aspekt fixieren, sondern einen ganzheitlichen Blick werfen:

  • Voraussetzungen
    • notwendige Zertifikate
    • körperliche Eigenschaften
    • geistige Eigenschaften
  • Startbedingungen
    • Elternhaus
    • finanzieller Hintergrund (Sponsor, Erbe, Job, Ausbildung)
  • Rahmenbedinungen
    • Land oder lokale Gegebenheiten
    • persönliches Umfeld (fördernd, bremsend…)
    • Lebensumstände (Familie, alleine, Mission, Verluste)
    • Glück
  • Bewusstsein
    • unbewusst – unglücklich, ausgeliefert
    • bewusst, reaktionsfähig
  • Neid als natürliches Gefühl
    • negativ > Missgunst
    • als Kind > Antrieb
    • destruktiv > „Ich bin nichts wert“, „ich kann/habe nichts“

Neid – Perspektiven

konstruktive Nutzung von Neid Gefühlen

  • Neid zeigt mir eventuell, was ich selbst (erreichen) will
  • mit weniger Ego kann aus Neid > Bewunderung werden
  • bei sozialer Bindung (z.b. im Netzwerk, Verein, Team) entsteht statt Neid, Bewunderung, Stolz und Reputation
  • Sich über den Erfolg, Urlaub, Erwerb… (mit) freuen lernen

Die „grünere Wiese“ der anderen: Meine Wiese ist Teil von mir und meiner Gefühlswelt, ich kann sie also nicht trennen, aber ich kann meine Perspektive ändern, mir selber gewahr werden und mir bewusst machen, dass die Wiese eine Projektion ist meiner Gefühle und Erlebnisse

Bettina Hirth

#Neid hat eine Funktion, sonst gäbe es ihn nicht. Vermutlich ein Ansporn, sich anzustrengen und besser zu werden. Neid ohne diesen Ansporn ist Frustration. Seien wir also glücklich, wenn wir neidisch sind. Ein sicherer Hinweis, dass das Feuer noch brennt.

Pink University

Ergebnisse

  • Jeder Mensch ist wertvoll – egal was er/sie hat, kann, weiß, schafft
  • Soziale Bindung kann Neid reduzieren oder in positives Gefühl wandeln
  • Neid als Indikator für eigene Wünsche – positiv verändert als „Bewunderung“ kann Ansporn sein,
    dieses auch zu erreichen
  • Für Verhaltensveränderung sind logische Argumente zu
    schwach – es braucht emotionale Erlebnisse
  • Lernen verschiedene Perspektiven (ganzheitlicheres Bild) einzunehmen hilft den verklärten Fokus vom „Idealbild“ zu nehmen (Welchen Preis musste der/die andere dafür
    bezahlen?)
  • Nach Meinung der Neidforscher wirkt sich das Fehlen des Neides sogar nachteilig auf die Evolution aus.
  • Laut Neidforschern finden sich die meisten Neider
    ausgerechnet im Freundes- und Bekanntenkreis.
  • Für die Wissenschaftler ist Neid daher „eine natürliche und spontane Reaktion bei Unterlegenheit“.

90% der longterm #Happiness wird davon beeinflusst, wie dein Gerhirn die Welt verarbeitet. Also einfach mal die positiv- Brille aufsetzten!

Clara Hauck


hilfreiche Quellen zu Neid


Ich fand es sehr spannend, mal einen Ausflug in diese Welt zu machen und habe einiges gelernt. In den sozialen Netzwerken werde ich weiter beobachten, wo, wann und in welcher Form Neid auftritt – besonders, da er ja in externen Plattformen so häufig vorkommt.

Auch natürlich ein großes DANKESCHÖN an alle, die sich mit Ihren Gedanken, Hinweisen und Fragen eingebracht haben – vielleicht konnte ich auch Euch damit noch einen Bereichernden Beitrag leisten.

„Du bist nicht alleine“

Sich Gefühlen und Verhaltensweisen bewusst zu werden und sich mit ihnen zu beschäftigen ist eventuell der erste Schritt um „selbstgesteuerter“ zu werden und aus „Automatismen“, die uns eventuell unglücklich machen, durch Achtsamkeit entgegenzuwirken.

Der schönste Satz aus unserem GUIDE Netzwerk, mit so viel Kraft und Zusammengehörigkeitsgefühl – bei 8 Milliarden Menschen, sollte sich keiner „alleine“ fühlen:

Du bist nicht alleine!

Herzlichen Dank auch an Pixabay Autoren für die tollen Fotos zur freien Nutzung