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Stolz auf Urkunden

Im Trainingsumfeld ist es üblich, bei erfolgreichem Abschluss eine Urkunde zu überreichen. Wie ist das im Social Learning ohne klassischem Trainer, mit selbstgesteuerten Lernpfaden und im virtuellem Setup?

Zuerst ein Beispiel, wie aktuell eine Urkunde bei uns aussieht: (die Kollegin hat sie auf LinkedIn gepostet)

GUIDE Zertifikat 2020

Hierbei handelt es sich um eine Urkunde, die unsere GUIDEs (Veränderungsbegleiter) nach einer 14 wöchigen – begleiteten Social Learning Reise bekommen.

Dabei sind folgende Aspekte berücksichtigt:

  • ein attraktives Design, dass man sich auch gerne an die Wand hängt
  • Besonders sichtbar: der Name, denn der ist für die Person das Wichtigste
  • auch heute gelten Unterschriften noch als Wertschätzung
  • Betrachter finden nicht nur einen inspirierenden Grund für die Urkunde, sondern auch Methoden und Setup um neugierig zu werden
  • Nicht nur zur Reflexion sind auch die gelernten Skills aufgelistet
  • Mit dieser Urkunde wird man Teil unseres globalen Netzwerks und übernimmt freiwillig Verantwortung – auch die wird hier formuliert
  • evtl ein QR code oder Shortlink zum Lernangebot

Menschen sind stolz auf Erreichtes – daher sollten wir uns Mühe geben, das bestmöglich wertzuschätzen. Dass das auch passiert sieht man an dem Post auf LinkedIn – im original von der Kollegin aus Brasilien mit knapp 2000 Followern auch für die Arbeitgebermarke als Werbung nicht zu unterschätzen:

Wer möchte nicht in einer Organisation arbeiten, in der die Mitarbeiter stolz auf Ihre Arbeit sind, sich öffentlich bei Kollegen bedanken und das von den Verantwortlichen wertschätzend erwidert wird.

Ich konnte mit meine Dank an Bruna wiederum andere Kollegen und Menschen in meinem Netzwerk neugierig machen, sowie an der Reputation unseres Programs und der Organisation wirken:

Link zum Beitrag auf LinkedIn der inzwischen schon knapp 16.000 mal angezeigt wurde und über 70 Reaktionen erzeugte.

Worauf bist Du stolz?

Auf einer anderen Social Learning Urkunde drucken wir den Satz auf, den uns die Teilnehmer als Resümee ihrer Erfahrungen zurückmelden. Aus unserer Erfahrung ist der Reflexionsprozess einer Lernreise ein wichtiger Bestandteil – daraus entstehen oft sehr inspirierende, tiefblickende Sätze, die es verdienen auf einer Urkunde verewigt zu werden.

Auch hier wirken Reflexionssätze als Wertschätzung, Erinnerung (Verstärker) und gleichzeitig als Neugier erzeugende, authentische Erfahrung.

Oft erzählen mir die Kollegen, dass sie auf diese Sätze angesprochen werden – und dann natürlich stolz IHRE GESCHICHTE dazu erzählen können.

Zelebrieren auf Events

Auf das „wie“ kommt es an! Man kann die Urkunden einfach am Ende per Umschlag „mitgeben“ oder verteilen, oder aber als Teil der Verabschiedung – individuell mit Handschlag (gerne auch von Sponsoren oder dem Team) – das baut Sozialkontakte auf und lädt das „Dokument“ emotional auf. Feierliche Musikuntermalung, evtl. eine spannende Lichtstimmung unterstützen dabei.

Aber auch ohne jede Technik kann man die Urkunde feierlich übergeben, tief in die Augen sehen und eine persönliche Lerner-Erfahrung/Wertschätzung mit auf den Weg geben. Es macht auch einen Unterschied, ob die „Empfänger“ die Urkunden abholen, oder ob man zu den Empfängern geht.

Gruppenfotos oder moderne Selfies mit dem Team, der Lerngruppe oder den Verantwortlichen verfestigt die Erinnerung ebenfalls – und wird oft mit Stolz in diversen Kanälen geteilt.

GUIDE training Indien
GUIDE training Indien

Virtuell – skalierend

Bei inzwischen Tausenden von Urkunden (und dem Corona Vorgaben) ist der Versand gedruckter Papiere nicht mehr die erste Wahl – obgleich wir das, wo immer möglich nach wie vor präferieren. Dann wird dabei ebenfalls auf hochwertiges, dickes Papier geachtet – um die Wertigkeit nochmal zu unterstreichen.

Um einen ebenso wertschätzenden wie auch digital skalierenden Effekt zu erzielen, kann man die Urkunden „mit persönlicher Widmung“ an die internen Profile der Kollegen verlinken. Die inspirierenden Sätze kommen in eine „Hall of Fame“ der Ehemaligen – mit Profilfotos und @Mention (verlinkten Namensnennung, die eine Statusmeldung auf dem Profil der Person im Enterprise Social Network erzeugt). Diese interaktive Form der Wertschätzung animierte wiederum andere nachzufragen, ihre Wertschätzung durch Likes oder Kommentare zu zeigen, oder sich zu lokalen/überregionalen Netzwerken zusammenzuschließen.

eines unserer frühen GUIDE Zertifikate – der Kollege aus Indien hat mit seinem Beitrag über 30.000 Follower erreicht

Ebenso werden die Beteiligten mit dem LernreiseTag (Hashtag) im Profil getaggt – so kann man mit einem Klick sehen, wer teilgenommen hat, untereinander findet man sich schnell und erzeugt so wiederum eine kleine Neugierkampagne.. „Was bedeutet das #DLAP20″ in Deinem Profil?“ 😉

Weitere Möglichkeiten der Wertschätzung

Auf öffentlichen Profilen z.B. LinkedIn kann ein Zertifikat oder eine Urkunde angeboten werden bzw. kann man Fähigkeiten (Skills) bestätigen oder eine Empfehlung (Recommendation) schreiben.

Zusätzlich gibt es auch Plattformen, die explizit Batches anbieten wie z.B. BADGR:

Du erhältst ein eMail mit einer Verifikation und kannst dann das Badge herunterladen

Die Badges können dann über Social Media geteilt, in Blogs oder Profilen eingefügt werden – vergleichbar wie früher die „Orden“, die man zu besonderen Anlässen trug. Das ist für manche ein seltsames Vorhaben und wird von manchen als „zur Schau tragen“ interpretiert. Global gesehen gibt es aber viele Kulturen, die einfach nur positiv stolz sind.

Wer bekommt die Urkunde?

Seltsame Frage? Vielleicht nicht, wenn man sich überlegt, wer die Wertschätzung unterstützen kann oder davon sogar weitere Aktionen ableiten könnte. Wir haben für eine Lernreise einen „SMART GUIDE Award“ erstellt und pro Teilnehmer je 3! mal die Urkunde mit Vorstandsunterschrift versandt. Empfänger waren damals:

  • Die Führungskraft
  • Der HR Verantwortliche
  • Der Standortleiter

mit der Bitte diese wertschätzend / abgestimmt zu übergeben. Damit wurde sichergestellt, dass die neuen Kompetenzen, das Lernprogramm und die LernerInnen bekannt wurden. Nebenbei gab das den lokalen Verantwortlichen die Möglichkeit sich selbst – kulturpassend – eine Wertschätzung zu überlegen (persönliche Übergabe, Gruppenübergabe, Ehrung im Townhall Meeting, Abteilungsworkshop oder bei einer lokalen Feier…). Manche wussten damit erst nichts anzufangen – auf die empfohlene Rückfrage gaben wir genau die Hinweise, auch z.B. einfach mal zu fragen: „Wofür hast Du diese Auszeichnung bekommen?“. Selbst diese Gespräche werden von den Meisten als sehr wertschätzend empfunden.