20160917_kloutWie groß ist Deine Wirkung in der digitalen Welt?

Langsam aber sicher nimmt der Reifegrad moderner Kommunikation und Zusammenarbeit zu. Das Verständnis, das eine globalisierte Welt, mit verschiedenen Kulturen, in Unternehmen mit verschiedenen Funktionen, Bereichen, Branchen nicht nur per eMail und Telefon oder persönlichen Treffen ihre stetig komplexeren Herausforderungen lösen kann wächst.

Wer sich jetzt mutig auf eine Lernreise in die digitale Welt macht, wird als person und als Organisation große Wettbewerbsvorteile haben. Heute schon macht es einen großen Unterschied, ob jemand (oder eine Organisation) eine gute digitale Identität aufgebaut hat.

Ist es nicht schon ein Reflex für die Meisten, Personen, Firmen oder Produkte als erstes zu googeln?

Wer hier nicht gefunden wird, oder wenn bei der Suche etwas hochkommt, was  im schlimmsten Fall etwas zeigt, mit dem man nicht in Verbindung gebracht werden möchte, hat schon eine schlechtere Ausgangsposition.

Digitaler Wirkindex für Bewerber

Ich bin überzeugt (und arbeite an einer gesunden, sinnvollen Lösung) das im Personalbereich künftig ob in Assessment Centern oder schon bei der Bewerbung der digitale Wirkungsindex (Bezeichnung noch offen) abgefragt oder eventuell geprüft wird. Warum? Wenn wir heute eine Führungskraft einstellen, die keine Ahnung von digitaler, agiler, transparenter, beteiligender Führung hat, kostet uns das Jahre, das zu entwickeln – was neben dem Business auch sehr aufwändig ist, und den Bereich schlimmstenfalls in seiner Entwicklung wieder zurückwirft. Natürlich entwickeln wir auch interne Weiterbildungsprogramme und führen diese auch schon durch. Dann ist es auch ein sehr deutliches Signal an jene, dass diese Qualifikation kein Hobby mehr ist.

20160917_klout

Digitaler Wirkindex für Organistationen

Stellen Sie sich vor Sie führen ein Unternehmen und wollen ein anderes erwerben. Neben dem Portfolio, dessen Markt und Relevanz für Ihr Geschäft sollte es künftig auch einen Digitalen Wirkindex geben (früher hatte ich den Kulturindex genannt). An diesem Index könnten Sie relative einfach den digitalen Reifegrad der Organisation ablesen. Eventuell kann man sogar Kosten und Zeit berechnen, die notwendig wären, um von einem Level in das nächste zu kommen.

Das gilt natürlich nicht nur für Merger & Acquisition sondern jegliche Art der Cooperation – Wie sollen zwei Unternehmen zusammenarbeiten, wenn der eine Enterprise Social Networks nutzt, der Andere aber auf Faxe wartet, der eine durchgängige, agile, mobile Echtzeit-Systeme nutzt, der andere noch mit Excel Datenbankexporte schönmalt, bevor er sie zur Freigabe per eMail verschickt…

 

Wie berechnet sich dieser Index?

Sicher muss man hier extrem vorsichtig und sehr transparent sein, damit dieser Index nicht nur Kontrolle sondern gleichzeitig ein Bildungsanreiz ist. Was genau sollte beinhaltet sein?

  • Welche Kompetenzen sind vorhanden (welches Führungsrating gibt es, welche Medien werden erfolgreich genutzt, wie wird mit Feedback umgegangen…)
  • Welche Sichtbarkeit hat die Identität? (wird man gefunden, wie viele Treffer in welchen Suchmaschinen)
  • Agilität – wie offen, wie schnell, wie nachhaltig flexibel zeigt sich die Person oder das Unternehmen
  • Wirkung – wer und wie viele folgen den Beiträgen, wer und wie viele beziehen sich darauf – likes, retweets, Präsenz auf Veranstaltungen und Events
  • Reputation – welcher Filterblase gehört man an (cultural fit)
  • Vernetzungsgrad – in welchen Bereichen (physikalisch und digital) ist man vernetzt, mit wem und wie häufig finden Interaktionen statt

Horror – Big Brother?

Sicher sind dass im Moment für die Meisten sehr bedenkliche Erhebungen – da stimme ich auch völlig zu. Betriebsräte werden mit Recht alles dagegen unternehmen – und die aktuellen Datenschutzanpassungen tun ihr übriges.

Dennoch möchte ich das diskutieren, weil es eine ernstzunehmend große Gruppe von Menschen gibt, die das absolut freiwillig und in vielen Fällen auch mit der notwendigen Vorsicht und auch einem gewissen Reifegrad an Verständnis tun. Ein paar Gedanken dazu:

  1. Geben Sie keinen Namen, Firmen, Produkte in Google ein, um sich ein Bild zu machen? – das macht heute fast jeder
  2. Würden Sie nicht selbst gerne „bestimmen“ können, was gefunden wird, wenn man nach Ihnen sucht?
  3. Wer sich etwas erarbeitet (und eine digitale Identität ist eine langwierige Aufgabe), möchte dafür auch Anerkennung
  4. Ist es heute nicht schon wichtiger, dass jemand mit dem Internet umgehen kann, als „Office Kenntnisse zu haben“ (was völlig selbstverständlich ist)

Aktuell gibt es den Klout Index – einen Versuch an einer 0-100 Skala die digitale Wirksamkeit von Personen darzustellen. Dazu gibt man Klout einen gewissen Zugriff auf die verschiedenen Plattformen, die man nutzt – durch die eigenen Aktivitäten und die Resonanz darauf errechnet sich dieser Wert, der dynamisch die letzten 90 Tage betrachtet. Es gibt viel Kritik an dem Anbieter – wegen Intransparenz, Sicherheit… gleichwohl steigt die Nutzerzahl stetig.

 

Ich würde gerne Gedanken austauschen, die sich mit einer solchen (oder ähnlichen) Darstellung beschäftigen – besonders als Teil meiner Überlegungen zum Digitalen Reifegrad, den ich hier erarbeite: Self Assessment & Digital Maturity / Social Collaboration Maturity Levels / Social Collaboration Maturity Level 2