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Denk mal mit

Für eine Eltern-Abendveranstaltung an unserer Waldorfschule Regensburg – rund um das Thema Internet für Eltern habe ich einige Informationen zusammengestellt, die ich hier nochmal zusammengefasst bereit stelle. Es ist natürlich nur ein Überflug einiger Themen mit Links und Hinweisen sowie konkrete Fragen, die aus der Elternschaft vorab gekommen sind.

Im Kern geht es mir darum genug Kenntnisse und Fähigkeiten zu entwickeln, um einen gesunden und sicheren Umgang in der digitalen Welt zu erreichen. Die häufigsten Gefahren zu kennen und wie man sich einfach dagegen schützt. Zudem ist mir der ethische Umgang miteinander und eine reflektierte Nutzung von kostenlosen und kostenpflichtigen Angeboten wichtig.

Worum es mir im Kern geht:

Das Netz bietet uns viele Möglichkeiten – diese sicher, gesund und nachhaltig sinnvoll zu nutzen, liegt mir am Herzen. Wir verbringen immer mehr Zeit online – das sollte man in Frage stellen. Selbstbestimmtes Handeln verlangt nach einem Mindestmaß an Beschäftigung mit den Möglichkeiten. Besonders als Eltern kommt uns hier eine große Verantwortung entgegen, da unsere Kinder (und wir) nur einen Mausklick brauchen um an jeden! Ort zu kommen – viele davon sind sicher für Kinder nicht geeignet.

  • lernen, gebildete Entscheidungen zu treffen (Technologie als Werkzeug und erst „lernen“ dann Entscheiden/(ver-)urteilen
  • Faktencheck – Plausibilität/Wahrscheinlichkeiten prüfen
  • mit Optionen umgehen lernen (Eins für alles gibts nicht)
  • sich um Hilfe bitten trauen – und wissen wo man sie findet
  • Vernetzen mit Experten und kontinuierlich lernen
PS Ich verdiene mit keinem der genannten Links Geld - es handelt sich nicht um Werbung, sondern Beispiele.

Glossar – Begriffsklärung

Es gibt so viele Begriffe rund um das Internet – hier gibt es eine recht gute Übersicht und viele Erklärungen: Internet ABC

Hier nur einige hier verwendete Begriffe:

  • App = Applikation (Software auf einem Smartphone oder Rechner)
  • Authentifizierung = Beweis, das man der ist, als der man sich ausgibt (in der Regel mit Passwort oder ähnlichen Verfahren)
  • Blog = Online Tagebuch oder Newsseite (mehr)
  • Messenger = Programm um Nachrichten auszutauschen
  • Passwort = eine Buchstaben/Zeichenfolge, die als digitaler Schlüssel dient
  • Plattform = Internetseite, die verschiedene Services anbietet
  • Podcast = Wie eine Radiosendung zum abonnieren oder herunterladen
  • Server = Computer im Internet, auf denen Plattformen oder Webseiten installiert sind
  • Services = Angebote im Internet (Zimmer buchen, Video-telefonieren, Produkte kaufen, im Internet suchen, Social Media, Wikipedia…)

Vorsicht bei kostenlos!

Was für Viele das Internet so attraktiv macht: es gibt scheinbar alles um sonst! Wer sich allerdings etwas kritischer mit den Angeboten auseinander setzt, dem wird schnell klar, dass es immer eine Gegenleistung braucht:

Wenn Du nicht für Deine Nutzung zahlst, bist Du die Ware!

Wir sollten nicht so naiv sein zu glauben, dass Facebook, Google, GMX, UBER, Amazon, eBay usw. einfach nur tolle Unternehmen sind, die uneigennützig riesige Mengen Geld für Computer, Programmierer, Lizenzen ausgeben um uns kostenlose Services anzubieten.

In der Regel sind die beiden meistverbreiteten „Bezahlmodelle“ für kostenlose Plattformen „Werbung“ oder „Daten“ – wir werden also überall mit Werbung gestört oder unsere Daten werden verkauft (oder beides). Wie weit der einzelne Anbieter geht ist kaum herauszufinden.

Meine Empfehlung ist daher für die Dinge, die einem wichtig sind, zu bezahlen – dann kann ich auch erwarten, das meine Rechte besser gewahrt werden: (das ist leider auch nicht immer der Fall)

  • eMail
  • AntiVirus
  • Webseite / Speicherplatz
  • Musik / Filme

Passworte:

Dazu habe ich hier vor einigen Jahren eine recht ausführlichen Artikel geschrieben. Bei der Vielzahl von Plattformen, Programmen, Geräten, die alle nach einem Passwort verlangen, sollte man sich über eine professionelle Verwaltung Gedanken machen (Zettel am Monitor oder Liste im Schubfach ist das sicher nicht)

  • So sieht ein gutes Passwort aus: (mehr)

Ein Passwort ist GEHEIM!!!

Da leider noch die Meisten immer wieder ähnliche (oder gar gleiche) Passworte verwenden, reicht es schon eines zu kennen, um davon andere ableiten zu können. Damit hat man heute oft Zugang zur Identität, Konten, Verträgen, Gesundheitsdaten, Social Media Profilen, Firmendaten…)

Wer darf also mein Passwort wissen: NIEMAND! Auch nicht die Kinder! Es empfiehlt sich gerade hier von Anfang an einen ordentlichen Umgang mit Passworten beizubringen (also auch beim Eingeben darum Bitten, dass die/der andere sich wegdreht)

Persönlich nutze ich eine bezahlte Software um meine Passworte zu verwalten. Meine Passworte sind dadurch hochkompliziert, sehr lang und werden regelmäßig aktualisiert – derzeit sind dort 408 Objekte abgelegt (Zugänge, Passworte, Lizenzen, Usernamen…).

Passwort TIP: Eine sehr einfache Möglichkeit, sich keine Passworte merken zu müssen und trotzdem sicher zu sein: Bei jedem Zugriff das Passwort zurücksetzen. Das geht meist in Sekunden, man bekommt ein Reset-eMail und erstellt ein beliebiges Neues (das man sofort vergessen kann).

Viren, Trojaner, SPAM

  • AntiVirus ist Pflicht!
  • FireWall ist Pflicht (bitte auch die Einstellungen der Firewall kontrollieren und auf die eigenen Anforderungenanpassen)
  • gute Passworte sind Pflicht – sowie regelmäßige Änderung – siehe oben)
  • Hier eine hilfreiche Übersicht der Gefahren von Kaspersky (LINK)
  • Informationen vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik zu Schutzprogrammen (LINK)

Regeln für den Umgang mit Smartphone und Internet

Hier sind einige Links, die ich sehr empfehlen kann – sie geben auf gut verständliche Weise Antworten für Nutzer, Eltern, Lehrer und Kinder:

  1. Erzähle und zeige möglichst wenig von Dir.
  2. Akzeptiere nicht, dass Du beobachtet wirst und Deine Daten gesammelt werden.
  3. Glaube nicht alles, was Du online siehst und informiere Dich aus verschiedenen Quellen.
  4. Lasse nicht zu, dass jemand verletzt und gemobbt wird.
  5. Respektiere die Würde anderer Menschen und bedenke, dass auch im Web Regeln gelten.
  6. Vertraue nicht jedem, mit dem Du online Kontakt hast.
  7. Schütze Dich und andere vor drastischen Inhalten.
  8. Miss Deinen Wert nicht an Likes und Posts.
  9. Bewerte Dich und Deinen Körper nicht anhand von Zahlen und Statistiken.
  10. Schalte hin und wieder ab und gönne dir auch mal eine Auszeit.

Persönlich empfehle ich auch gerne folgende Suchmaschinen und Browser um das Internet sicher und etwas nachhaltiger zu nutzen oder zu durchsuchen:

  • ECOSIA (Öko-Suchmaschine, die Bäume pflanzt)
  • TorBrowser (Anonym im Internet surfen)

Kinder im Internet

Recherchiert man mit einer offenen Haltung, was andere Kinder im Netz machen, wird man oft überrascht, wie hochwertig, kreativ und sinnvoll hier gemeinsam gestaltet wird. Natürlich gibt es auch genug missbrauch und Zeitverschwendung, dennoch sollte man sich klar sein, welchen Reichtum ein „reifer“ Umgang in Maßen mit sich bringt:

  • Gestalten im Netz (gemeinsam über Video musizieren, Videosdokus, Infografiken, Experimente..)
  • Sich präsentieren, definieren, erkennen (Ich bin nicht allein, gleichgesinnte finden, sich abgrenzen oder zusammentun, die Welt und sich entdecken)
  • Rollenmodelle, Vorbilder suchen/finden
  • Austauschen, Lernen
  • physische Rahmen sprengen (Freunde über Distanzen behalten/finden, Wirkung erzielen…)
  • Spielen

Entstehung von Social Media?

Social Media kann als der dritte Reifegrad von Beteiligung im Internet gesehen werden:

  1. Stufe: Internet als Wissensspeicher von Wenigen für Viele
  2. Stufe: Web 2.0 Mitmach-Internet (Foren, Wikis, Blogs, erste Portale wie eBay, Yahoo… )
  3. Stufe: Social Web – Jeder wird zum Autor – Vernetzung und Multimedia
Social Funktionen
Image: by Dmitry (https://stock.adobe.com/de/contributor/200778192/dmitry)

Grundlagen von Social Media

Es ist nicht so schwierig, sich bei den unzähligen Plattformen grundsätzlich zurecht zu finden. So gut wie alle Social Media Angebote bestehen aus diesen 5 Grundfunktionen, ohne die „Social“ nicht möglich ist:

  • ein Profil (deshalb muss man sich immer Registrieren/Anmelden) mit Foto, Namen und einigen persönlichen Informationen
  • Netzwerk – die Möglichkeit, anderen zu folgen, oder sich mit Ihnen verbinden (vernetzen) zu können
  • Inhalte – das kann Text, Video, Produkte, Bilder, Autos, Hotelzimmer… sein
  • Feedback-Möglichkeit – in der Regel eine Kommentarfunktion und das Liken (Stern, Daumen hoch) um Wertschätzung, Zustimmung oder Rückmeldung zu geben
  • Tagging – das sind Schlüsselworte, mit denen man in beliebig großen Datenmengen perfekt filtern kann (mehr) – Tagging funktioniert wie moderne Ordner, mit vielen Vorteilen (etwas kann in mehreren „Ordnern“ liegen, sehr effizient, man kann nur Inhalte taggen – das verhindert „leere“ Ordner, es ist beliebig Skalierbar)

Wofür wird Social Media heute verwendet?

Ethority erstell jedes Jahr eine Übersicht der Social Media Plattformen, die am häufigsten in Verwendung sind und kategorisiert diese nach ihrem Nutzen wie z.B. Zusammenarbeit, Foren, Chat, Reputation, Video, Spielen, Musik, Wiki, Fotos/Bilder, Shopping, Lesezeichen, Kurznachrichten…:

Was passiert in einer „Internet-Minute“?

Wer noch nicht so viel online ist, oder nur bestimmte Seiten nutzt, hat eventuell keine Vorstellung, was rund um die Uhr im Internet passiert:
Täglich werden z.B. etwa 80.000 Stunden Videomaterial auf YouTube hochgeladen!

Typische Messenger / Chatprogramme

Obgleich für viele Menschen eMail nach wie vor der meist-genutzte „asynchrone“ Kommunikationskanal ist, gibt es für viele Arten des Austauschs weit bessere Werkzeuge. Die eMail ist in Ihrer Kernfunktion ein digitaler Brief. Wer sich kurz unterhalten möchte, oder mit mehr als einer Person einen Konsens sucht, Aufgaben verteilen oder Rückmeldungen sammeln möchte, erzeugt mit eMail Unmengen von Aufwand und Datenmüll > hier ein Beispiel Blog versus eMail

Typische Messenger sind WhatsApp (gehört zu Facebook), Slack oder Microsoft Teams (mit vielen sinnvollen Zusatzfunktionen), Threema (Schweizer Messenger – sehr sicher).
Meist haben auch alle anderen Plattformen wie LinkedIn, Xing, Facebook etc. eigene Messenger integriert oder als separate App.

Netzwerke und deren Potential

Wenn sich mehrere zusammentun, erreichen sie mehr. Gemeinsam lernen, arbeiten, Spass haben, die Welt verändern. Die Nutzungsmöglichkeiten von Netzwerken sind vielseitig.

Du bist nicht allein!

Ein machtvoller Satz, wer es versteht Gleichgesinnte zu vereinen.

Man könnte Netzwerke als „Volksbewegung“ verstehen, die Ausdruck von Individualität sind und damit die Diversität sichtbar machen.

Diversität bedeutet Respekt vor Individualität
und unterstützt die Lösung komplexer Aufgaben

Netzwerke auf Social Media Basis können heute Aufgaben übernehmen, die bisher nur hierarchisch oder indirekt gelöst werden konnten. Zudem sind sie in der Lage, nicht nur komplizierte, sondern komplexe Probleme zu lösen.

effizientes Lösungsmethode nach Schwierigkeitsgrad
effizientes Lösungsmethode nach Schwierigkeitsgrad

So gibt es immer mehr Beispiele von:

  • Firmen, die auf Augenhöhe als Netzwerk-Organisation agieren
  • Parteien, die annähernd direkte Demokratie leben (z.B. VOLT)
  • Organisationen, die sich über Netzwerke finanzieren und Ihren Service anbieten (z.B. betterplace.org)
  • Netzwerken, die komplexe Aufgaben übernehmen (z.B. GUIDEs)

Filterblasen:

Ein Nachteil der Social Media Plattformen: Um den Nutzer möglichst lange auf deren Seiten zu halten (und oft Werbung einblenden oder möglichst viele Daten sammeln zu können), wird möglichst das angezeigt, was mir gefällt – dadurch entstehen Filterblasen. Man hat das Gefühl „alle“ denken so wie ich – was natürlich ein stark verzerrtes Bild ergibt (Wir sind das Volk..)

Empfehlungen:

Weitere Seiten, die ich erstellt habe um detaillierter Hilfe im Internet zu geben:

Grundregeln im Umgang mit dem Internet:

  • Kurz und einfach verständlich versuche ich hier die wichtigsten Regeln im Umgang mit dem Internet zusammenzustellen
    zu den Grundregeln

Zugriff auf Ihr Adressbuch:

  • Es gibt einige Service-Angebote im Internet, die sehr angenehm scheinen, aber große, bedenkliche Auswirkungen haben – Lassen Sie „niemanden“ auf Ihr Adressbuch zugreifen!
    zur Begründung „Adressbuch“

Fotos im Internet:

  • Was gilt es zu beachten, wenn man Fotos ins Internet läd – zum Thema „Recht am eigenen Bild“, Datenschutz und Missbrauch?
    Fotos im Netz

Das ewige Passwort Problem:

  • Sie haben auch zu viele Passworte, schreiben die inzwischen auf, können sich diese nicht mehr merken – ich habe hierzu einige Hinweise zusammengestellt – und vielleicht auch eine Lösung für Sie! zu den Passworten

Macht-Wechsel durch Web 2.0:

  • Oft wird die Frage gestellt, was ist anders an „Sozial Media“ und Web 2.0 – meist wird auf Interaktivität, Benutzer generierter Inhalt, Kommunikation und Partizipation eingegangen. Ein für mich ganz entscheidender Unterschied ist die Verschiebung der „Macht“
    zum „Macht-Wechsel“

Möglichkeiten im Internet:

  • Facebook, Twitter, Xing, Google Wave, Linkportale, Mr. Wong und Co., StudiVZ, Foren, Wikis, Blogs, Podcasts … ich werde versuchen hier etwas den Dschungel zu lichten
    was ist ein Blog? 
    Was ist ein Forum?