Teil 2 aus der Reihe „Top 5 Verhaltensweisen um Komplexität zu meistern“ ganz speziell für Führungskräfte und Manager*innen.

Heute räumen wir mit ein paar üblichen Missverständnissen zum Thema Beteiligung auf und klären ganz konkret, wie es in komplexen und dynamischen Transformationen oder auch täglichen Herausforderungen erfolgreicher geht. Die Erfahrungen kommen aus über 14 Jahren Projekten und Initiativen im globalen Kontext und funktionieren:
- Branchen-unabhängig,
- in 60 Ländern getestet, also auch Kulturübergreifend,
- in allen Altersklassen (es gibt Unterschiede in den Generationen)
- und Funktions-agnostisch, also egal ob Ihr in der Entwicklung, Kommunikation, im Personalbereich oder IT, bei Controlling oder dem zentralen Strategiebereich arbeitet.
Selbstverständlich, und hier wird es besonders einfach umsetzbar – im eigenen Team sind diese Verhaltensweisen sehr wirksam und kulturprägend. Zu allen Punkten gibt es in meinem Blog vertiefende Artikel – hier also nur die Essenz:

Partizipation & Co-Kreation – die Essenz für Führung und Manager*innen
hier mit Beispielen und Erklärungen zu den jeweiligen Punkten:
Dialog statt Fragebogen.
Ankreuz-Umfragen erzeugen Kontroll-Illusion, aber keine echte Beteiligung.
Statt „Bist du zufrieden?“ oder gib 1-6 Sterne für… fragen „Was braucht ihr, um wirksam zu sein?“ – echter Dialog statt Alibi-Feedback. Ich habe echte Beteiligung auf Augenhöhe mit Neugier und Respekt vielfach erfolgreicher erlebt, mehr dazu hier: Schluss mit Placebo Umfragen
Stufenweise ausbauen statt Alles-oder-Nichts.
Von Zuhören über gemeinsames Gestalten bis zu geteilter Verantwortung.
Was im agilen „Minimum Viable Product“ heißt, sind am Ende nur schnelle Prototypen – die haben jedoch das riesen Potential, Menschen in ihre Selbstwirksamkeit, in Freude über den Erfolg und in Vertrauen der Führung zu helfen.
Am besten hat das funktioniert, wenn ich Personen oder Teams nicht um Vorschläge, sondern einen ausprobierbare Piloten mit echten Daten gebeten habe „mal schauen was alles möglich ist“ Ein Scheitern oder nicht Weiterkommen ist dann mein Auftrag für Unterstützung zu sorgen.
Sog statt Zwang.
Freiwillige finden statt Kapazität zuweisen.
Eine offene Projektanfrage im ESN brachte 40 Zusagen in einer Woche – ganz ohne Zuweisung. Wer sich Reputation aufbaut – als wertschätzender Leader, wird attraktiv für Zusammenarbeit. „Für Dich/Mit Dir WILL ich arbeiten“.
Das geht auch über spannende Projekte oder ein geübtes Story-Telling, auch langweilige Projekte mit Sinn und Neugier zu bewerben (schließlich sollten wir nichts tun, was keinen Sinn macht) mehr zu Wollen statt Müssen
Führung antwortet zuerst.
Verletzlichkeit von oben senkt die Hemmschwelle für alle.
Führungskräfte beantworten offene Fragen im Blog, Forum oder ESN selbst, auf Augenhöhe – nicht erst am Ende kommentieren. Es zeigt Führung, wenn man vorne weggeht. Das ist nicht zu verwechslen mit Simon Sineks „Leaders speak last“.
Es kommt sehr auf den Ton an.
In neuen Kommunikationsmöglichkeiten, sorgt die Nutzung der Führung für das notwendige Mandat (Erlaubnis), dass es wirklich gewollt ist, nicht nur Lästiges delegiert wird. Es zeigt den Willen der Führungskraft hier kulturprägend voranzugehen „Setting the tone“ mehr zu „Leadership im Digitalzeitalter“
Prozesse abschaffen statt nur Ideen sammeln.
Ohne echte Entscheidungsmacht bleibt Beteiligung Kosmetik.
Aus vierteljährlicher Budgetfreigabe wird ein Sprint mit eigenem Entscheidungsrahmen – ohne drei Freigaben. Es geht nicht darum „alle Prozesse abzuschaffen“ – aber sehr kritisch zu hinterfragen, was das Ziel eines Prozesses ist, bzw. was der Grund war.
Jährliche Budget-Zyklen kommen aus der analogen Zeit und gehören in die Ära der Planwirtschaft. Begriffswelten – Inspiration zur Reflexion
Wenn ich heute eine Innovation treiben will,
die gestern noch nicht möglich war,
kann ich nicht auf die morgige Freigabe warten.
Der Shitstorm ist Symptom, nicht Risiko der Offenheit.
Er entsteht durch lange ignorierte Probleme, nicht durch Beteiligung.
Viele haben Angst vor der Büchse der Pandorra und den Geistern die ich rief…
Geheimnis: die ist längst offen und die Geister sind überall. Frühe Beteiligung verhindert das übergelaufene Fass, bevor es eskaliert. Riskikominimierung in einer komplexen, dynamischen Umgebung braucht viele Sensoren, viele wache Augen und Ohren – und Gehirne, die daraus sinnvolles ableiten. mehr zum Gegenteil eines Shitstorms
Ein Gehirn funktionniert deshalb so gut, weil Milliarden von Neuronen vernetzt sind
und damit maximale Kreativität entstehen kann.Das archaische Stammhirn kann nur fight, flight, hide…
das reicht nicht mehr.
Größe und Vielfalt ist Gewinn, kein Risiko.
Mehr Beteiligte heißt mehr Perspektiven, nicht mehr Chaos.
Besser als jeder Fragebogen oder Newsletter: 140.000 zur Beteiligung Eingeladene erzeugten 680.000 Aktionen: Transparenz > Relevanz > Resonanz – System-immanent konsolidiert ganz ohne Bashing und Eskalationen.
Es geht um ein gutes Fragen-Design kombiniert mit den Skills von Community-Building auf dafür geeigneten Plattformen. Skalierbare Co-Kreation ist heute technisch, methodisch und in diversen Formaten möglich – wir sollten das mehr nutzen! mehr zu Community Building Skills
Ergebnisse messen statt Stimmung abfragen.
Reaktionszeit und Umsetzungsqualität statt grüner Ampeln.
Netzwerk-Organisation statt Top-down erreichte die höchste je gemessene Adoptionsrate – 71% Zufriedenheit. Regelmäßiges, zu detailiertes Reporting reduziert die Leistungsfähigkeit, impliziert Misstrauen und sorgt für fake-Reports.
Ich habe Entscheider*innen in unsere Arbeitssessions eingeladen, damit sie die Energie spüren konnten, die leuchtenden Augen sehen und von der Passion der Menschen angesteckt wurden. Danach war klassisches Ampel-Reporting zur Beruhigung des Managements oft nicht mehr nötig. (Zudem haben diese interessierten Besuche zu noch mehr Relevanz bei den Umsetzenden geführt – Empowerment) mehr zur Adoptionsrate und dem Projekt
Dialog statt Umfrage, Sog statt Zuweisung, Führung geht zuerst
– Beteiligung wird real und hochwirksam,
sobald echte Entscheidungsverantwortung mit“geteilt“ wird,
nicht nur eine Frage.

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