Über 26.300 Tweets entstanden seit Februar 2009 auf der damals für mich wertvollsten Social Media Plattform. Es war großartig plötzlich einen Ort im Internet zu haben, an dem sich alle Menschen auf Augenhöhe, ohne Hürden begegnen konnten.
Das wurde leider zerstört – und wie beim Turmbau zu Babel – haben sich die Menschen wieder in eine Vielzahl von „Bubbles“ (und Plattformen) zurückgezogen oder enttäuscht aufgegeben. Der globale Ort zum Lernen, den wir so nötig hätten um uns gegenseitig besser zu verstehen ist zerfallen. Aber es geht weiter, intensiver und die Zahl der Menschen, die sich engagieren wächst!
Dank KI kann man heute recht komfortabel Auswertungen machen, Trends erkennen und Zusammenfassungen erstellen. Eine erste habe ich hier für mein Twitter-Archiv begonnen. Von den über 26.000 Tweets sind mehr als 18.000 eigene, der Rest „re-Tweets“ – also Lesenswertes von anderen Beitragenden.
Meine intensivste Nutzung war 2016 und 2018/2019 mit über 3.500 Tweets (continuierliches Lernen, Austauschen und andere inspirieren)

Dabei sind die Themen für mich sehr stark zusammenhängend, werden im Organisationskontext jedoch meist in unterschiedlichen Funktionen geteilt und separat betrachtet/bearbeitet. Meine Tweets waren größtenteils (bis heute auch in anderen Plattformen) mit professioneller Ausrichtung:

Hier eine – pro häufigsten Themen – kurze Zusammenfassung, worum es in meinen Tweets ging:
HR & Personal ist das größte Thema – da ich im Personalbereich gearbeitet habe und dort sehr aktiv vernetzt war. Das wurde auch von Magazinen sehr positiv bewertet – diverse Auszeichungen als HR-Influencer waren in den letzten 10 Jahren die Folge
New Work / Future of Work und Working Out Loud waren der Fokus zu Community-Bildung rund um moderne Arbeitsformen. Das „Movement“ WOL war dabei eine großartige Erfahrung, die leider durch seine (nachvollziehbare) Monetarisierung nicht mehr so stark wachsen konnte.
Digitalisierung & Transformation sowie Leadership & Change sind meine Kernthemen für die Auseinandersetzung mit Organisations- und Zukunftsthemen. Hier gibt es viele großartige Erfolge aber auch Rückschläge, da sich lange gewachsene und selbst-stabilisierende Systeme nicht leicht – und vor allem schwer nachhaltig – verändern lassen … um so wichtiger ist es, sich damit zu beschäftigen.
Events & Konferenzen machen einen großen Teil meiner Posts auf Twitter aus – viele Tweets entstanden live auf Fachveranstaltungen (#dgfpcongress, #e20s, #vucarockers etc.), da hier Twitter wie ein co-kreatives Notizbuch, ein Lern- und live-Austausch-Werkzeug anwendbar war. Auch im Anschluss konnte man mit weiteren Tools die Beiträge – auch von anderen Plattformen, die Keynotes und Resümees von anderen perfekt konsolidieren – jedoch in einer dauerhaft interaktiven Form – das ist heute komplett wegegefallen und ein großer Verlust. KI ist hier eine neue, wenngleich noch statisch einseitige Möglichkeit.
Continental als mein Arbeitgeber wird natürlich besonders bei Erfolgen und als Wertschätzung der großartigen Kolleg*innen und der GUIDEs immer wieder genannt – heute gibt es „Corporate Influencer“ die diese Form des Social Brandings professionalisiert haben.
KI & Technologie wird in der Spätphase 2022/23 immer relevanter sowohl was die praktische Nutzung angeht, als auch ethische Gedanken rund um unsere Verantwortung und mögliche Zukünfte.
14 Jahre Twitter: Meine Themen und Positionen (KI-Konsolidierung)
Dieser Blogpost basiert auf einer Auswertung meines Twitter-Archivs (2009–2023, über 26.000 Tweets). Die folgenden Abschnitte fassen zusammen, worüber ich in 14 Jahren am meisten geschrieben habe – und welche Positionen sich dabei herauskristallisiert haben.

Meine Vorgabe an KI:
Kategorisiere, erstelle eine Kurzzusammenfassung und ein passendes Zitat:
HR & Personal
In HR-Themen zeigt sich ein klarer Standpunkt: klassische Personalprozesse – Recruiting, Bewertungsskalen, starre KPIs – gehören hinterfragt und modernisiert. Bildung und Weiterbildung werden als gesamtgesellschaftliche Verantwortung verstanden, nicht als reine HR-Aufgabe. Talent zu fördern bedeutet, Barrieren abzubauen und Neugier zu wecken – nicht, Leute in Schubladen zu stecken. Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem Wandel von „Command & Control“ zu „Transparenz & Beteiligung“.
„Wenn Sie tolle Leute wollen, dann fragen Sie doch mal die eigenen Mitarbeiter. #Recruiting #HR“
New Work & Future of Work
Working Out Loud und Enterprise Social Networks sind keine netten Zusatztools, sondern Grundlage einer neuen Arbeitskultur. Der Unterschied zu Chat-Tools wie Teams oder Slack ist entscheidend: ESN ist kein virtuelles Großraumbüro, sondern ein Marktplatz für organisationales Lernen und Wissenstransfer. Was wirklich neu an New Work ist: früher stand das „wissende ICH“ im Mittelpunkt – heute das „fragende WIR“. Hybrides und asynchrones Arbeiten brauchen dringend ein Upgrade, weil die meisten Organisationen das Potenzial digitaler Zusammenarbeit noch nicht ausschöpfen.
„Was ist wirklich neu an #NewWork: Früher #WissendesICH – Neu: #FragendesWIR“
Digitalisierung & Transformation
Digitale Transformation scheitert selten an Technologie – sondern an Kultur, Mindset und fehlenden Vorbildern. Die Frage, warum viele Mitarbeiter sich am Firmeneingang zum „Digital-Ignoranten“ verwandeln, obwohl sie privat längst digital unterwegs sind, treibt diese Perspektive an. Transformation braucht Stürmer und Vorbilder, nicht nur Projekte. Widerstand ist dabei normal und gesund – aber er darf kein Dauerzustand werden. Ganzheitliche Ansätze verbinden Toolset, Skillset und Mindset.
„Digitale Transformation braucht Vorbilder – Stürmer, um den massiven Kulturwandel zu schaffen.“
Lernen & Wissensmanagement
Lernen trennen von Arbeit funktioniert nicht. Wer lernt, muss das in den Kalender eintragen und verteidigen – Lernzeit passiert nicht von selbst. Der Fokus liegt nicht primär auf Tools und Formaten, sondern auf der Frage: Wie erzeugen wir Lust und Neugier? „Wollen“ ist mächtiger als „Können“ – Leistungsmessung als Kontrollinstrument ist ein Zeichen, dass man an der Lernbereitschaft zweifelt. Investitionen in Bildung zahlen sich aus; Deutschland gibt 5 % des BIP für Bildung aus – aber wie viel Prozent ihrer Arbeitszeit investieren Einzelpersonen in die eigene?
„#Wollen ist mächtiger als #Können! Investieren wir diese Energie statt in Kontrolle in Bildung.“
Leadership & Change
Leadership beginnt dort, wo Heimlichkeit endet. Führung im Digitalzeitalter bedeutet: Transparenz, Beteiligung, Vertrauen – und das konsequente Vorleben. Agile Strukturen brauchen Führung, nicht ihre Abschaffung. Ein Leader ohne Follower ist in der vernetzten Welt wirkungslos; wer seine Follower nicht zu Leaders entwickelt, handelt verantwortungslos. Change-Management versus Leading Change: ersteres verwaltet Veränderung, letzteres gestaltet sie – und respektiert dabei Individualität.
„Ein Leader ohne Follower ist in der digitalen, vernetzten Welt wirkungslos. Wer seine Follower nicht zu Leadern entwickelt, handelt verantwortungslos.“
Energie & Nachhaltigkeit
Seit 2005 aktiv in Sachen Photovoltaik und dezentrale Energieversorgung – das Engagement ist nicht theoretisch, sondern gelebte Praxis. Kernkraft ist keine Lösung: Wer das Endlagerproblem erst für 2046–2068 einplant, schiebt die Last einer Generation einfach auf die nächste. Solar ist eine unbegrenzte, dezentrale Ressource, die niemand besitzt – und genau deshalb so attraktiv. Die Forderung: Industriebauten sollten zur Photovoltaik verpflichtet werden.
„Für die Freunde der #Atomkraft: Der aktuelle Zeitplan #Endlager: 2046–2068 – so kann man die Probleme einer Generation auf die nächste abwälzen.“
KI & Technologie
KI wird nicht verteufelt, aber nüchtern betrachtet: In einer Zeit, in der Antworten überall verfügbar sind, kommt es darauf an, bessere Fragen zu stellen. Das gilt auch für Prompts und Delegation – klar formulieren ist schwieriger als es klingt. Gleichzeitig: Wir müssen über Ethik, Sicherheit und die Quellen sprechen, aus denen KI-Systeme lernen. Die Haltung ist eindeutig: Wir müssen KI kennen, verstehen und gestalten – nicht mögen oder fürchten müssen wir sie.
„In einer Zeit, in der #Antworten überall sind, kommt es darauf an, bessere #Fragen zu stellen! #ChatGPT #AI“
Events & Konferenzen
Konferenzen wie der DGFP-Kongress, das IOMS, der Personalmanagementkongress oder das WOL-Circle-Format sind mehr als Networking-Veranstaltungen – sie sind Orte des kollektiven Lernens und der Impulse. Live-Tweeting von Events war jahrelang ein fester Teil der Wissensteilung. Der Tenor ist oft kritisch-konstruktiv: gute Diskussionen werden gelobt, Buzzword-Bingo und reine Datenschauen werden benannt. Gemeinsam eine erstrebenswerte Zukunft gestalten – das ist das rote Thema, das viele Keynotes und Beiträge verbindet.
„Lasst uns gemeinsam eine erstrebenswerte Zukunft gestalten! – Motto meiner Keynote beim #PMK22“
Social Media & Communities
Social Media ist kein Selbstzweck – es ist ein Brandbeschleuniger für Ideen und Vernetzung. Wirkung entsteht, wenn wir Menschen berühren; über Netzwerke lässt sich das skalieren. Communities brauchen echte Energie und engagierte Menschen – Community Manager sind keine Neben-Rolle, sondern ein eigenes Berufsbild. Kritisch: Angstschürer und Klickbait-Inhalte vergiften die Atmosphäre sozialer Netzwerke. Wer veröffentlicht, trägt Verantwortung für die Stimmung, die er erzeugt.
„Liebe #Angstschürer, versucht doch mal mit #Zukunftsbildern, #Innovation oder #Gestaltungsideen Eure Klickraten zu erhöhen. Wir tragen #Verantwortung für die Stimmung, die wir in sozialen Netzwerken erzeugen.“
Continental – Praxislabor New Work
Continental war nicht nur Arbeitgeber, sondern Praxislabor für alles, was in den anderen Themen steht: ein konzernweites GUIDE-Netzwerk aus über 1.000 Change Agents, Working Out Loud als Lernformat, goDigital als Bewegung und ein ESN, das globale Diskussionen ermöglicht – etwa zur weltweiten Einführung des Sabbaticals. HR stand dabei für „Human Relations“, nicht für Verwaltung. Das Credo: Wer Kultur gestalten will, braucht Netzwerke – und Menschen, die vorangehen.
„Ich behaupte ganz kess: Mit einem 1.000 GUIDEs starken Change-Agent-Netzwerk bei Continental werden wir Kultur gestalten – zumindest trete ich dafür ein.“

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