Buchbeitrag zu Persönlichem Wissensmanagement

Die Corporate Learning Community arbeitet an einem neuen Buch und Mitglieder sind aufgefordert Ihre Erfahrungen dazu in Buchbeiträgen zu teilen. Das großartige Team um Jochen Robes, der auch schon das letzte Buch „Gemeinsam Lernen, Gemeinsam Wachsen“ so wunderbar curatiert und zu einem erfolgreichen Produkt gebracht hat, fragt 2026 nach persönlichem Wissensmanagement (PKM = Personal Knowledge Management) unter dem Hashtag .

Natürlich unterstütze ich auch dieses Projekt wieder sehr gerne und teile meine Erfahrungen aus privatem PKM (seit Anfang der 90er) und dem was ich im professionellen Umfeld und >30 Jahren Wissensmanagement gelernt habe.

Dieser Artikel ist ein erster Beitrag, der die Reise des Schreibens und meinen Prozess dabei (der sehr viel mit PKM zu tun hat) vorzuleben/transparent zu machen.

Emergenz

Da für mich ein wichtiger Aspekt von Wissen und Lernen mit „Sharing“ – und zwar im frühzeitig im Prozess – zu tun hat, mache ich hier meine Gedanken und erste Ergebnisse bereits sichtbar – auch um vom Feedback, Kritik und anderen Perspektiven und Hinweisen schnell lernen zu können… so ist das für mich nicht nur ein „Aufarbeiten der Vergangenheit und Niederschreiben“ sondern eine weitere Lernreise, die mir per Zufall oder bewusst gestaltet Neues zuführt … und alle die mir folgen, können davon profitieren.

Themenfindung?

Nur worüber schreiben, da das Feld PKM und den Themen an denen ich über die Jahre experimentiert und gearbeitet habe, so unglaublich groß ist:

  • Grundlagen (Was ist persönliches Wissensmanagement, warum ist es wichtig?)
  • Informationskompetenz (Wie finde, bewerte und verbinde ich Informationen?)
  • Workflow-Design (Wie strukturiere ich meinen Tag für maximale Produktivität?)
  • Digitale Werkzeuge (Welche Apps unterstützen mich am besten?)
  • Wissensorganisation (Dateien, Notizen, Projekte, Quellen – wo, wie, wann?)
  • Soziales Lernen (Von anderen lernen und mein Wissen teilen und anwenden)
  • Strategisches Denken (Wie entwickle ich meine Wissenskompetenz weiter?)
  • Psychologische/emotionale Aspekte (Disziplin, Prokrastination, keine Zeit, Selbsteinschätzung, Ärger…)
  • Rechtliche Perspektive (Datenschutz, Lizenzen, Patente, Rechte…)
  • Zukunftstrends (KI basiertes PKM, Automatisierung und neue Möglichkeiten)

Ich habe dann natürlich auch KI genutzt, um mir Cluster zu erstellen, diese dann der Anzahl von existierenden Publikationen gegenübergestellt um festzustellen, was ich wirklich beitragen könnte – und nicht schon vielfach existiert, bzw. auch was mein PKM wirklich ausmacht.

Daraus entstanden diese ersten Fokussierungen:

  • Was überlebt einen Tool-Wechsel – und was nicht“ oder „Warum die meisten PKM-Systeme nach wenigen Monaten sterben (und wie man das vermeidet)“.
  • Gewohnheitsbildung & Systemtreue (warum methodische, technische oder menschliche Systeme scheitern)
  • Öffentliches, soziales von und miteinander Lernen (coKreation, Learning in public, Building in public)
  • Aktuelles und künftiges KI-gestütztes PKM (LLMs als Denkpartner, automatisches Tagging, Konsolidierung, Muster)
  • Suchstrategien & Wiederauffindbarkeit — ein unterschätztes Thema das viel Frust erzeugt
  • PKM als persönliche Betriebssystem-Architektur für Wissen, Aufmerksamkeit und Handeln

Als Mensch mit hoher Praxis-Orientierung möchte ich auf jeden Fall etwas teilen, was mir selbst echten Mehrwert gebracht hat, was ich durchhalte und auch für andere umsetzbar sein sollte.

KI Konsolidierung meines PKM online

Ein Teil meines eigenen Wissensmanagements ist natürlich mein Blog, meine Präsentationen von Keynotes und meine Notizen. Dank KI kann ich sehr schnell diese als Quellen nutzbar machen und damit arbeiten. Hier ein kleiner Ausschnitt der online verfügbaren Quellen, die ich aus den vergangenen 12 Jahren integriert habe:

Hier ist KI besonders hilfreich – all das zu lesen (was ich selbst geschrieben habe, also noch irgendwo in mir ist – wenngleich nie so konsolidiert und schnell abrufbar) und darin Muster, rote Fäden, Highlights, Tendenzen zu erkennen.

Gearbeitet habe ich hier je nachdem ob ich die Daten „verschenken“ will (oder schon online habe) oder doch eher lokal behalten möchte, mit KI tools wie Studio LM, Claude und Perplexity – da die sehr unterschiedliche Ergebnisse liefern.

Muster-Erkennung durch KI als Wegweiser

Neben den teilweise schon oben genannten spezifischen PKM Richtungen kamen durch die KI Konsolidierungen folgenden „Fragen“ auf, die quasi im DesignThinking Modus für andere interessant sein könnten (echten Mehrwert/Neugier erzeugen)

  • Warum halten die wenigsten Menschen PKM lange durch? (Wie Neujahrsvorsätze hält der anfängliche Enthusiasmus meist weder privat noch in Organisationen lange an. Aufbauen und Ausrollen ja, Pflege und Weiterentwicklung… Prio C)
  • Langfristig gesehen wechseln wir alle (gewollt oder ungewollt) Tools, Systeme, Methoden und Formate – wie sieht eine ganzheitlich-nachhaltige PKM Strategie aus (Interoperationalität, Vernetzung, kein Lock-In, KI freundlich, sicher…)
  • Was ist PKM eigentlich für mich selbst in einem Satz? (Spoiler Arbeitsthese: „Vergangenes/Erlebtes/Gelerntes“ für mein zukünftiges Ich effizient wertvoll nutzbar machen“)
  • Wer ist eingentlich die Zielgruppe für ein größer gedachtes PKM? (nur ich selbst, KI als meine Unterstützung, andere…?)
  • Was wenn wir PKM größer denken und es damit einfacher/kleiner aber wirksamer machen? (Kombination von PKM, Sharing, Lernen, Reputationsaufbau, Vernetzung, Kulturentwicklung, Führung, Digitale Souveränität, Energieeffizienz, Nachhaltigkeit, Datenschutz…)
  • Mit welcher Story, Metapher könnte man „mein PKM“ attraktiv und leicht verständlich beschreiben? (PKM als Haltung, Lebenseinstellung, einfaches Ritual wie zähneputzen, essen und … ATMEN – mit Netzwerk)

Der Arbeitstitel!

Das Einreichungsformular will verständlicherweise einen Arbeitstitel! Wer meine bisherige Vorgehensweise sieht wird vielleicht verstehen, dass für mich ein Titel die „Essenz“ eines sehr langen Prozesses ist – in einem aglilen, transparenten, lernenden, den Zufall bewusst einplanenden Vorgehen am Ende steht.

Zudem soll ein Titel ja:

  • neugierig machen auf etwas Spannendes, Lesenswertes
  • einen ersten Eindruck geben was zu erwarten ist
  • eine persönliche Note haben
  • in meinem Fall die ganzheitliche Vorgehensweise deutlich machen
  • leicht verständlich sein – kulturübergreifend und übersetzbar in andere Sprachen
  • die individuellen Fragen triggern ohne ins Buzzword Bingo zu verfallen
  • schon eine Struktur, ein Level, eine Richtung erahnen lassen
  • nicht länger sein als ein paar Worte

Dieser Prozess der maximalen Fokussierung, bevor ich den Möglichkeitsraum maximal geöffnet, durch Resonanz erste Hinweise auf „was ist interessant“ sowie der Reflexion meiner echten Erfahrungen und wirklichen Lösungen, ist zu beginn in meiner Arbeitsweise eine Herausforderung – aber wie in diesem Post gezeigt, mit Hilfe von KI durchaus möglich – wenngleich nicht (immer) erstrebenswert.

Da ich dieser klassischen Management-Herausforderung schon sehr oft begegnet bin (vorher sagen was hinterher herauskommt), habe ich gelernt die Balance zwischen „so konkret wie möglich, so offen wie nötig“ zu finden.

Die Titelvorschläge von allen 3 KIs waren übrigens für mich nicht wertvoll und entweder zu abstrakt, zu Buzzwordy, Themaverfehlt oder nichtssagend – also musst ich selbst ran – hier ein paar Ideen:

  • Ganzheitliches PKM für mein zukünftiges Ich, das effizient wirkt und richtig Freude macht

  • Ritualisiertes PKM das mehr bringt als es kostet

  • Lebendiges Wissen für mich, KI? und alle
 anderen
  • PKM als effiziente und ganzheitliche Kompetenz- und Reputationsentwicklung

  • Vom jagen und sammeln zur effizient-wirksamen Nutzung von Wissen

Am liebsten passiert dieser Prozess natürlich kokreativ im Netzwerk mit Schwarmintelligenz!

Das mit dem „Jagen und Sammeln“ hat mir sehr gut gefallen, weil es für mich auch das Aufwandsverhältnis bei den meisten PKM Systemen, die ich kenne beschreibt. Daran habe ich dann weitergedacht (auch wenn das weit weg ist von konkreten Titeln wie „so lege ich Dokumente in xyz sinnvol ab“) :

  • vom sammeln und jagen…
    • … zum integrierten Ritual
    • … zu wertvoller Nutzbarkeit von PKM

    • … zur ganzheitlichen…

    • … zu lebendigem – nutzbarem Wissen

    • … zum nutzen und wirken

Hier also mein Arbeitstitel:

Transformation PKM: Vom Jagen und Sammeln zum Nutzen und Wirken

Arbeitstitel CLC PKM Buchbeitrag Harald Schirmer

Damit konnte ich das Einreichungsformular abschicken und die Lernreise beginnt! Erscheinen soll das Buch schon dieses Jahr im Winter.

Gerne jetzt auch Feedback und Eure Gedanken zu diesem Prozess – ich freue mich darauf!

Neue Artikel frei Haus!
Hier eintragen um gleich eine kurze eMail zu bekommen, wenn ich neue Artikel veröffentliche:

Datenschutzerklärung

Kommentare

4 Kommentare zu „Buchbeitrag zu Persönlichem Wissensmanagement“

  1. Avatar von Jochen Robes
    Jochen Robes

    Das liest sich spannend, Harald! Und ich freue mich, dass Du wieder dabei bist! Du must nur das Einreichungsformular auch wirklich abschicken … 😉
    LG, Jochen

    1. Avatar von haraldschirmer

      Danke für Deinen Hinweis … ist tatsächlich hängen geblieben.

  2. Avatar von Sebastian Zwingmann
    Sebastian Zwingmann

    Spannende Information für spontane Autorin, wäre ja die Frist zur Einreichung oder ist diese beim lesen bzw. veröffentlichen, schon verstrichen

    1. Avatar von haraldschirmer

      Ich glaub ich war schon ziemlich an der Kante – ggf beim Team mal anfragen…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert