die größtenteils nur rumstehen… also sollten wir sie Heizzeug oder Stehzeug, sicher aber nicht Fahrzeug nennen.
Im aktuellen Hörbuch von Marc-Uwe Kling geht es sehr viel um die aktuellen Unstimmigkeiten zwischen Wissenschaft und Politik, zwischen gesundem Menschenverstand und Lobbyismus. Er hat darin auch den Vorschlag, Fahrzeuge mit Verbrenner umzubenennen:
Das Heizzeug
Ein sehr visuelles Beispiel ist die Analyse eines Verbrenner-Fahrzeugs. Sieht man sich den Wirkungsgrad von Benzin oder Dieselmotoren an, bleiben beide weit unter 50% – der Rest ist hauptsächlich … Abwärme.

Wenn ein Gerät – so die logische Schlussfolgerung – also mehr heizt als „fährt“ (für Fortbewegung sorgt, wofür es ja ursprünglich gedacht ist), muss man es wohl Heizzeug nennen.
Hocheffizient ist nur das Wort
Der höchste theoretisch mögliche Wirkungsgrad…
Da hilft auch das von den aktuellen Protagonist*innen bis zur Verzweiflung verwendete Attribut „hocheffizient“ nichts, weil die physikalischen Grenzen hier auf der Erde nicht ausgehebelt werden können:
Der nach dem Wissenschaftler benannte Carnot-Fakto (starb 1832!), ist der höchste theoretisch mögliche Wirkungsgrad bei der Umwandlung von thermischer Energie in mechanische Energie und ist den Tagen der Dampfmaschine unwiderlegt.
Wikipedia
In einfachen Worten, egal wie „hoch-effizient“ man einen Verbrenner – egal mit welchem Brennstoff – durch Innovation verbessert, er wird niemals die heute schon übliche Effizienz eines Elektromotors erreichen.
Tödlich – übertrieben?
Ein zweiter doch sehr einleuchtender Hinweis sollte das Verbot sein, einen Verbrenner in einer geschlossenen Garage zu betreiben – es ist tödlich aufgrund der Abgase. Warum sollten die selben Abgase außerhalb der Garage (wenn von Millionen von Fahrzeugen täglich über Jahrzehnte verbreitet) also ungefährlich sein?

Der Lichtblick
Was mich trotz dieses politischen Trauerspiels positiv stimmt: Man kann mit Geld sehr viel erreichen oder verhindern, das Bessere war jedoch schon immer der stärkere Gewinner gegenüber dem Guten. Verbrenner haben viele gute Dienste geleistet, Viele Jobs hängen daran. Aber ihre Hochzeit ist zu Ende – und das ist seit mindestens einem Jahrzehnt klar.
Aber mein Diesel funktioniert noch
… und hat eine sehr hohe Reichweite, die ich brauche. Mir geht es nicht darum, dass jetzt alle Elektro-Autos kaufen. Die sind noch teurer und haben manche Nachteile im Vergleich (Wir fahren seit 5 Jahren Elektro, inklusive Motorrad).
Es geht darum politisch keine Anreize mehr für die Neuentwicklung zu setzen, die Menschen, die an Verbrennern arbeiten nicht „in Sicherheit“ zu wägen, es könnte so weitergehen. Die Zahl der Verbrenner gegenüber Elektrofahrzeugen geht deutlich zurück. Die Innovation liegt bei Elektro, die noch offenen Fragen zu klären (die alle heute schon lösbar sind – die Kosten reduzieren sich, wie immer über die Menge).
Das Stehzeug
Wenn wir schon bei einer – der Wirklichkeit gerecht werdenderen – Um-Bennenung sind, sollten wir uns ansehen, wie das Verhältnis zwischen Fahren und Stehen bei Autos aussieht.

Wir brauchen nicht mehr Autos, sondern eine bessere Nutzung und Auslastung. Euer Auto hat einen größeren und meist teureren Schlafplatz als ihr selbst!
Laut statistischem Bundesamt legen Privatpersonen pro Tag nur 15,5 km zurück (soviel zum Haupt-Gegenargument „Reichweite“) – das bedeutet jedoch auch, dass ein Auto im Schnitt über 23 Stunden am Tag nur „rumsteht“ > ein Stehzeug also.
Lösungen dafür gibt es natürlich auch: Carsharing, autonomes Fahren, Fahrgemeinschaften, Bus, Bahn, Fahrrad… nichts davon setzt einen Verbrenner voraus.
Wenn wir politisch also eine innovative und umweltfreundliche Zukunft fördern wollen, hat das nichts mit Verbrennern zu tun.
… musste ich mal wieder schreiben…

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