Der Umstieg auf eine Warmwasser-Wärmepumpe ist in meinen Augen eine der besten „Einstiegs-Investitionen“, besonders wenn man eine Öl- oder Gasheizung im Keller hat.

Für knapp 2.600 Euro (brutto) habe ich die Stiebel-Eltron WWK-220 im Jahr 2024 erworben. Mit allen Arbeiten, Material und MwSt. waren es dann 4188,74 Euro. Die Brauchwasser-Rohre werden von der Ölheizung an die Wärmepumpe angeschlossen – meist wenig Aufwand.
Damit ist warmes Wasser getrennt von der Heizung
Im Frühjahr, Sommer, Herbst kann dann die Ölheizung
komplett ausgeschaltet werden.
Ich emfinde es eigentlich als unerträglich, im Sommer bei 30 Grad zu sehen, das wir Öl verbrennen, um warmes Wasser zu bekommen.
Alternative Brauchwassersolar

Früher hatte ich dafür Warmwasser-Solarpanel auf dem Dach, das ist jedoch recht wartungsintensiv, viel teurer und hat eine kürzere Lebensdauer. Soweit ich es einschätzen kann, ist der Wirkungsgrad der Wärmepumpe auch deutlich höher als der von Panelen mit Pumpe und „bedenklichen Flüssigkeiten“ die man jährlich warten, nachfüllen muss. Sie ist übrigens leiser als die Ölheizung, die wir wohl dieses Jahr ersetzen werden.
Wärmepumpe zum Vertrauen aufbauen
Die Lobby und unsägliche politische Kampagnen haben dazu geführt, dass viele Menschen an Wärmepumpen zweifeln. Die extrem hohen Kosten von Wärmepumpen-Komplett-Systemen tun ihr übriges, dass viele dieses gefühlte „Risiko“ nicht eingehen wollen.
Bei der Warmwasser-Wärmepumpe ist das anders. Hier können Zweifler „üben“ und erleben, wie mit überschaubar wenig Strom, ganzjährig das Wasser, die Dusche oder Badewanne warm ist. Das geht auch ohne PV-Anlage – es erhöhen sich dann die Stromkosten, gleichzeitig verringern sich aber die Öl- oder Gaskosten. In unserem Fall ist die Ölheizung von ca. April – Oktober komplett aus – also „NULL“ Verbrauch.
Ökologisch gesehen ist es viel sinnvoller, Strom zu verbrauchen (unbedingt echten Ökostrom) als eine unersetzliche Ressource zu verbrennen.
Wartung?
Die Warmwasser-Wärmepumpe ist sehr wartungsarm (alle 2-3 Jahre), ein sehr kleiner geschlossenere Kreislauf intern. Als Kühlmittel gibt es auch ökologisch verträgliche Mittel. Das einzige, „bewegliche“ Teil ist ein Lüftermotor, der keine Wartung braucht. Je nach „Staub-Aufkommen“ eine Reinigung des Wärmetauschers. Sonst Prüfung von Ventilen, Dichtheit, Einstellungen… Prognose 150 € alle 2 Jahre.
BONUS – trockener Keller
Nicht jeder hat einen Weinkeller (wir auch nicht), der speziell entfeuchtet werden muss. Aber feuchte Keller sind sicher sehr weit verbreitet. Die Wärmepumpe zieht im Betrieb Feuchtigkeit aus der Luft. Für Viele sicher ein sehr wünschenswerter „Nebeneffekt“, egal ob der Keller an sich nicht ganz trocken ist – und damit zu Schimmel neigt, oder ob man im „Waschkeller“ hohe Luftfeuchte erzeugt.
Wirkungsgrad im Parallel-Betrieb
Ich kann es noch nicht mit Zahlen belegen, aber dass eine Wärmepumpe weniger Energie verbraucht, wenn die Umgebungsluft wärmer ist, ist klar. Große Wärmepumpen haben ihren „Wärmetauscher“ außerhalb des Gebäudes – damit ist die Umgebungstemperatur im Winter sehr kalt.
Da die Brauchwasser-Wärmepumpe im Heizraum neben der Ölheizung steht, sorgt diese automatisch durch deren Abwärme für eine höhere „Start-Temperatur“ der kleinen Wärmepumpe. Die Ölheizung sorgt also dafür, dass die Wärmepumpe (wenn sie im gleichen Raum steht) effizienter ist und weniger Energie verbraucht.
Langfristig 2 Wärmepumpen?
Jetzt könnte man argumentieren, dass dieses Setup zwar sinnvoll ist, wenn man noch eine Öl/Gasheizung hat, aber wenn man dann auf eine große Wärmepumpe umsteigt, diese Investition umsonst ist?
Um Wasser legionellenfrei zu halten, muss das Brauchwasser regelmäßig deutlich erhitzen:
Legionellen vermehren sich vor allem zwischen etwa 25 und 45 °C; ab ca. 55–60 °C beginnen sie abzusterben, bei 70 °C werden sie sehr schnell sicher abgetötet.
Wer Fussbodenheizung hat könnte eine Wärmepumpe problemlos mit 30-40 Grad Vorlauftemperatur betreiben – also sehr Energie-Effizient. Damit jedoch AUCH Warmwasser erzeugt werden kann, muss sie mindestens täglich auf über 60 Grad heizen – was sehr ineffizient ist. Betreibt man jedoch für die beiden Anwendungsfälle „Wasser“ und „Heizung“ getrennte Systeme, können beide Ideal im besten Effizienz-Bereich betrieben werden. Auch hier gilt – die große Wärmepumpe könnte über die Hälfte der Zeit „stillstehen“
- Brauchwasser-Wärmepumpe: 1,5 kW Leistungsaufnahme
- Haus-Wärmepumpe: 5 kW (Passivhaus) bis 20+ kW (Altbau) Leistungsaufnahme
TIPP:

Bei dem geringen Energiebedarf, könnte ein „Balkonkraftwerk“ mit 2 Panelen einen großen Teil des Strombedarfs decken

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