Meine Zukunft ist grün

Was für ein Jahr 2025? Ein ungeschliffener, KI-freier, persönlicher Flug über ein wildes Jahr voller Veränderungen.

Mein 2025 war eine spannende Erfahrung mit sehr viel Ehrenamt und Reflexion. Und einer neuen Mission

Im März habe ich mich nach 36 Jahren von Continental verabschiedet… und eine so unglaublich positive Resonanz bekommen, dass ich immer noch Tränen in die Augen bekomme – vielen Dank Euch für diesen herzlichen und wertschätzenden Abschied! Linkedin Beitrag

Und gleichzeitig muss der Weggang aus einem Unternehmen kein persönlicher Abschied oder die Trennung von Beziehungen sein. Wir sind heute alle nur wenige Klicks voneinander entfernt.

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Besonders großen Dank auch an die Kolleg*innen, die mir eine persönliche Empfehlung auf LinkedIn geschrieben haben. Ich bin überzeugt, das diese Form der Wertschätzung eine sinnvolle Ergänzung zu klassischen Zeugnissen ist – ein noch ungehobenes Potential für Personalbereiche und Führungskräfte.

Link zu meinen Linkedin Empfehlungenoder direkt hier im Blog

Im April habe ich mir dann den Fuß gebrochen, was meine Pläne, viel auf Konferenzen zu sein und Kontakte zu knüpfen etwas verändert hat.

„Füße stillhalten“ … habe ich dennoch nicht geschafft…

Sehr Intensiv habe ich mich dann ehrenamtlich 9 Monate lang mit der Digitalen Transformation der Freien Waldorfschule beschäftigt… partizipativ, über genaue Beobachtung, was individuellen und organisationalen Mehrwert schafft, OpenSource Technologien, Einiges an Infrastruktur, Hardware, Software und Progesse eingeführt.

Unsere Campus-Nextcloud Startseite

Jetzt sind alle! inklusive Eltern in einem System, ohne WhatsApp und immer weniger Papier. Über 80% der Kolleg*innen und Eltern nutzen es wöchentlich… Ein paar „Lösungen“ die wir erfolgreich heute im Campus (Schule, Kindergarten, Betreuung) schon umgesetzt haben, bzw. gerade umsetzen:

  • Messenger für Alle mit Nextcloud Talk inkl App, Gruppen – hochintegriert (keine eMailadressen mehr notwendig)
  • Gemeinsamer Campus Kalender, interner Kalender, Klassenkalender (individuell)
  • Protokolle und Dokumentation auf „Wiki-Basis“ mit Kollektives (ohne Dokumente)
  • Collaboratives Aufgaben-Management mit Kanban Boards
  • Reduktion der eMail-Accounts auf unter 50% > Abstimmung und Gruppen jetzt über Talk
  • 70 Tablets für Digitalen Unterricht mit Medienkonzept und Ausbildung
  • Lösung für private Digitalgeräte während des Unterrichts (ohne zentrales Handyhotel)
  • Gruppenbasierte Dokumentenverwaltung in Nextcloud
  • Hilfe- und Ticketsystem für einfache und effiziente Prozessabläufe
  • Formulare, Umfragen und Abstimmungen digitalisiert – datenschutzkonform natürlich
  • … sollte wohl mal einen eigenen Post dazu schreiben…
Botschafter Ministerium für Neugier und Zukunftslust
Botschafter Ministerium für Neugier und Zukunftslust

Da werde ich auf ein Event für eine Keynote eingeladen – selbstverständlich beschäftige ich mich im Vorfeld mit den Auftraggeber*innen – und bin begeistert. Die Geschichte hinter diesem „Ministerium“ ist einfach zu gut, die Mission zu wichtig. Wir können alle wieder mehr Neugier und Zukunftslust gebrauchen. Nicht die Probleme ignorieren, sondern mal ganz konkret über eine erstrebenswerte Zukunft nachdenken, darüber diskutieren, darin geistig umherwandern und spüren, wie es sich anfühlen würde. Dann haben wir ganz andere Argumente und Erlebnisse, die uns helfen können die Herausforderungen auf dem Weg HINZU einem Ziel zu überwinden.

Schon im Januar mit den „CLCfour“ vom BarCamp Pionier Karlheinz Pape die Geschäftsführung der Corporate Learning Community gUG übernommen. Eine echte Herausforderung in einer Zeit, in der so viele überfordert sind, Zeit immer knapper wird und die „sinnfreie“ Form der Bürokratie viel zu viel Engagement frisst. Aber großartige Menschen mit viel Herz und Verstand beflügeln organisationales Lernen, experimentieren und unterstützen sich gegenseitig… Dazu gibt es inspirierende wie auch herzliche Events von spannenden Menschen, die von und miteinander lernen möchten.

CLC Barcamp Wien

Zwischendurch gabs einige Keynotes, über die ich inspirieren durfte, spannende Begegnungen mit über 30 CIOs auf der Hannovermesse (Danke Karen von CIOmatch!), diverse Gespräche mit anderen C-Level Executives, zwei wohl etwas außergewöhnliche Pitches bei CEOs (war wohl zu „outside of the box“ 😉, ein paar Erfahrungen mit Interims Management (Danke Horwarth), CV/Lebenslauf-Design 2.0 🙂 – Danke Frank und Sebastian!!!

CV / Lebenslauf

Eine interessante Arbeit, auf das eigene Arbeitsleben zurückzublicken und zu versuchen aus „vielen“ Seiten klassischem Lebenslauf eine moderne, aussagekräftige Form zu gestalten.

Kleine Randbemerkung: Der Job-Titel „Manger Digital Transformation„, den ich 14 Jahre geführt habe, hat sich im Jobmarkt in den letzten Jahren stark verändert. Beobachtet man Job-Ausschreibungen oder spricht man mit den Personaler*innen, die diese Profile veröffentlichen, geht es inzwischen meist um „IT-Projektleitungen“, ohne strategische Change Aufträge.

Und wie gehts weiter?

Eine große Frage 2025 für mich war natürlich, wie sieht meine berufliche Zukunft aus? Mal drei Schritte zurückgehen und das „ganze Bild“ ansehen – welche Möglichkeiten gibt es für mich:

Zukunftsplanung
  • In der Firma bleiben
  • Neuen Job lernen (ganz was Anderes)
  • Selbständig machen
  • Gleicher Job – in einer Consulting Organisation
  • Gleicher Job – in einer anderen Organisation
  • Ein Mix aus verschiedenen („Vollzeit“ ist ja auch ein starres System)
  • „Geld verdienen“ vom Job entkoppeln?

Jede Option habe ich dann sehr detailiert durch-dekliniert und mit meinen Kompetenzen, Möglichkeiten und Erwartungen sowie familiären Rahmenbedingungen abgeglichen. Das waren so ein paar Gedanken dazu:

  • Ich liebe meine Arbeit mit Menschen, zu inspirieren, gemeinsam Zukunft zu gestalten
  • Ich sehe es als meine Verpflichtung alles was ich gelernt habe, dafür einzusetzen, unsere Welt ein wenig besser zu machen (nicht aus Arroganz, sondern aus Respekt künftigen Generationen gegenüber)
  • …das ich wohl eher nicht in einen Standard-Personal-Prozess passe – Stichpunkt „Filter“
  • Mir eine Homebase wichtig ist – Gleichgesinnte, die meine Werte teilen… eine Gemeinschaft
  • Ich möchte nicht „mich“ verkaufen, sondern Wege zu Lösungen in der Digitalen Transformation
  • Geld verdienen ist wichtig, Flexibilität und meine Werte auch
  • Nach 36 Jahren in globalen Konzernen, 14 Jahren in Zentralfunktionen möchte ich diese Erfahrungen und die Ergebnisse meiner Arbeit weitergeben (es hat sich zu gut angefühlt, es waren zu viele „leuchtende Augen“… da geht noch mehr)
  • Gerade jetzt, wenn die Errungenschaften der letzten Jahrzehnte der respektlosen Vereinfachung geopfert werden, braucht es Resilienz / Anti-Fragilität

Selbständig machen – alleine, wäre für mich auch deshalb aktuell keine sinnvolle Umsetzung meiner „Mission“. Geht es mir doch um Co-Kreation, Zusammenarbeit und einer praktischen Umsetzung all der neuen Errungenschaften.

deshalb wollte ich die Zeit nutzen, um herauszufinden, wie so eine „Moderne Organisationsform“ – in meinem Bereich aussehen müsste, um all die Dinge, die wir in den vergangenen Jahren erfolgreich (einzeln) eingeführt oder getestet haben:

  • Nachhaltigkeit, CO2 positiv – was quasi automatisch von Produkten zu Service führt
  • Den Möglichkeiten von Kreislaufwirtschaft folgend
  • Diversität – mit Vielfalt erfolgreicher sein
  • neue Führung – emotional/transformational Leadership
  • New Work – als Methode, Formate, Haltung und Kompetenz
  • Sozialgerecht, solidarisch, moralisch wertvoll
  • Achtsamkeit – sich und anderen gegenüber
  • Augenhöhe – ohne kommunikative oder organisatorische Hierarchie – auch zwischen Kund*innen und Lieferant*innen
  • equal pay – bedingtes Grundeinkommen, das zum Leben und kultureller Teilhabe reicht
  • Community und Netzwerkbasiert… auf Neugier, Freiwilligkeit und Gemeinschaft ausgerichtet

Neben einem „klassischen“ Business-Canvas sind auch verschiedene Ideensammlungen und Ausarbeitungen entstanden:

Gedankensammlungen für ein modernes Business

Mit ein paar Gleichgesinnten habe ich diese Ideen diskutiert… und das deutliches Feedback über die Langfristigkeit dieser Möglichkeit bekommen… „das ist noch zu früh„. VUCA folgend wurde es als „sehr groß, komplex und anspruchsvoll“ beschrieben – was ich jetzt erst mal als „also genau passend zu den natürlichen Rahmenbedingungen unserer Zeit“ nehme, gleichwohl keine Lösung für kurzfristige Lebensunterhaltssicherung herhält.

Ich bin überzeugt, das die neuen Methoden, Formate, Werkzeuge und Organisationsformen bereit sind, ein neues Wirtschaftssystem „Kreislauf“ zu unterstützen – aktuell glauben aber noch zu viele an die „Alternativlosigkeit“ der aktuellen „erstellen, nutzen, wegwerfen“ Wirtschaftsform, die nur durch „stetiges Wachstum“ überleben kann – was schon rein rechnerisch eine ziemlich selbstzerstörerische Idee auf einem Planeten mit endlichen Ressourcen ist.

Wenn sich Türen schließen, fühlt es sich oft wie ein Verlust an, es schafft aber Raum für neue Möglichkeiten. Ich liebe Serendipity, also den Zufall. Zufällige Begegnungen, sich ändernde Rahmenbedingungen, überraschende Veränderungen von innen oder außen… „leben halt“ bringen oft Optionen, die man sich selbst nicht einfallen lassen kann.

Um Serendipity nutzbar zu machen,
braucht etwas Raum, Zeit und Mut.

In meiner Arbeit mit Digitaler Transformation und VUCA/BANI habe ich früh angefangen den Zufall (und damit ist nicht Beliebigkeit gemeint) in meine Planungen aktiv einzubauen. (Zeit-)Räume, Orte und Situationen schaffen, in denen etwas ungeplantes passieren kann. Vernetzung außerhalb der Bubble, neue – ungewöhnliche Orte, scheinbar untypische Werkzeuge, über den großen Tellerrand…

Wer ohne Serendipity eine Chance zu geben,
etwas Neues anfängt,
verhindert eigentlich,
dass etwas wirklich Neues entstehen kann.

Würde ich also mit meinem Wissen, frisch nach dem Weggang von Conti, sofort einen neuen Job suchen, wäre mein Suchfeld stark begrenzt. Es lohnt also einige Zeit zu investieren, erst wieder zu lernen und Fragen zu stellen:

  • was gibts da draußen?
  • was wird gebraucht?
  • wer ist laut oder leise?
  • gibt es Strömungen?
  • was zeigt Resonanz?
  • was fühlt sich richtig an?

Wer losrennt, um unbedingt eine neue Beziehung zu suchen, findet meist dann gar niemanden. Wer stehen bleibt, durchatment und sich umsieht, lebt, dann Orte und Menschen „besucht“, die inspirieren – sichtbar werden … wäre ein anderer Ansatz (wie geschrieben etwas schwer mit gebrochenem Fuß und über 3 Monate „keine Belastung“ 😉

…und plötzlich waren da Hans und Udo

Auf dem Corporate Learning Barcamp in Hamburg traf ich Hans Gärtner wieder, einen großartigen Lern-Enthusiasten, ein Leadership Vorbild und Executive Coach. Nach wieder einmal inspirierenden Gesprächen dann sein Vorschlag: „Du solltest Udo kennen lernen“ – ich vernetze Euch mal.

Nicht lange danach mein erster Video-Call mit Udo … ich würde es „Flow-Gespräch“ nennen. Großartiger Austausch, spannende Einblicke und viel Resonanz auf der Werte-Ebene. Es gibt so Gespräche die von gegenseitiger Neugier mit hoher Übereinstimmung getragen sind. Auch beim zweiten verabredeten Termin – der mit dem Satz endete: „wir sollten mal gemeinsam ein Projekt machen

Auf meine Antwort – sehr gerne, ich bin „frei“ (also Job-mäßig ungebunden 😉 – stellte mir Udo die osb-i (osb international systemic consulting AG) vor. Ganzheitlich, nachhaltig, professionell, menschlich, wirksam: eine bewährte, Systemische Beratung mit mehreren Standorten in Deutschland und Österreich.

OSB-I Leistungen
https://www.osb-i.com

Die Themenfelder Organisationsdesign/-entwickelung, Change, Führung, Strategie und „Lernen und Entdecken“ passen perfekt zu meinen Themen. Auch der Umgang mit Paradoxien, der ganzheitliche Ansatz, der auch in den „Navigatoren“ sichtbar wird, erzeugte bei mir starkes, zustimmendes Nicken.

Das Schild am Zugang zu den Räumen
Eine spannende Kombination aus modernen Ansätzen und wert-vollen Wurzeln

Nach und nach durfte ich auch weitere Kolleg*innen, Mitarbeitende und Netzwerkpartner*innen kennenlernen – eine Gemeinschaft mit starken Werten, hoher Professionalität und langjähriger Erfahrung in diversen Transformations- und Changebereichen. Die osb-i existiert schon länger als ich in meinem Arbeitsleben stehe: Sie wurde 1988 in Wien gegründet, ich startete erst 1989.

Eine beeindruckende Begegnung beim hybriden Netzwerktreffen in Hamburg

Neben der Systemischen Beratung sind besonders Nachhaltigkeit, Soziales Engagement, Kunstförderung… auch relevante Bestandteile der gelebten Kultur dort, das wurde schnell spürbar.

Der Vertrag ist inzwischen unterzeichnet und so bin ich ab Januar 2026 als Senior Berater im OSB-I Team und unterstütze (Euer?) Unternehmen auf Ihrem Transformationswegen.

Zum Start ist mein Motto:

Die Räume im schönen Hamburg in ehrwürdiger Umgebung sind sehr beeindruckend, es gibt auch Berater*innen der OSB südlicher als Regensburg – bis München, oder Wien, Berlin oder Köln. Die Bahn wird also weiter mein stetiger Begleiter bleiben – zur Homebase oder zu den Kund*innen.

Alsterhaus

Ich bin schon sehr gespannt auf diese neue Lernreise und wen ich aus meinem Netzwerk in Aufträgen wieder treffe.

Damit die wichtigsten Stationen in meinem Business-2025 – meine Arbeits-Zukunft wird also jetzt auch grüner, das gefällt mir in mehrerlei Hinsicht.

Schaut gerne mal bei der osb-i vorbei:

www.osb-i.com

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Kommentare

Eine Antwort zu „Meine Zukunft ist grün“

  1. Avatar von Karlheinz Pape

    Danke Harald, für den mutmachenden Bericht über Deine bewußt genommene Übergangszeit von der Kündigung bis zum nächsten Job. Die eingebaute Serendipity-Idee gefällt mir. Dass Deine Werte Deine Handlungen konsequent bestimmen, beeindrucken mit immer wieder. Und in diesem turbulenten Jahr hast Du ja auch noch die Arbeit in der Corporate Learning Community aufgenommen – bei den CLfour und als Geschäftsführer der CLC gUG. Danke für Dein Engagement auch weiterhin in der CLC!

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