Lust auf Technologie!?

Warum haben so viele Menschen
ein Thema mit neuen Technologien?

Ist ihnen die Neugier abhanden gekommen, sind unsere Tage zu vollgestopft mit dringenden Dingen, die uns keine Zeit lassen? Geht einfach alles viel zu schnell?

Mit Technologie beziehe ich mich auf Dinge wie Künstliche Intelligenz, Virtual Reality aber auch Assistenzsysteme im Auto, moderne (Cloud) Software, eScooter, SmartHome, Photovolataik, Wärmepumpen, Elektromobilität… die Liste ist lang.

KI oder Assistenz-Systeme erfordern Verständis und Übung

Es gibt heute viele Dinge die tatsächlich unnütz oder zumindest aus ökologischen oder ökonomischen Gründen sogar schädlich sind, mir geht es hier um jene, die unser Leben sicherer machen und Antworten auf reelle Fragen liefern.

In meiner Beobachtung läuft oft eine recht ähnlich Abfolge mit neuen Dingen:

  • Etwas „Neues“ kommt ins Leben… gesunder Zweifel (oft auch ungesunder Zweifel als Resultat von vorherigen Enttäuschungen, fehlender Selbstwirksamkeit oder eigenem Scheitern, aber auch durch das verbreitete „Lamentieren“ und Jammern)
  • Es wird persönlich relevant, weil so viele es beginnen zu nutzen, oder es über die Arbeit notwendig wird – man probiert es „kurz“ aus – meist ohne vorherige Einweisung, Schulung oder modernes Social Learning, manchmal ohne überhaupt zu wissen, welches Problem damit zu lösen ist.
  • Enttäuschung – weil sich ein „erwarteter?“ Erfolg nicht sofort einstellt. Man stellt fest, das es nicht „sofort“ funktioniert, man es nicht versteht, oder nicht sofort beherrscht, ist verwirrt oder ärgerlich, weil man wertvolle Zeit investiert hat.
  • Ablehnung erfolgt aus dieser fehlenden Nutzungserkenntnis, Argumentationen warum man das nicht braucht, warum es sogar schädlich sein könnte, werden als Rechtfertigung aufgebaut.
  • Frust weil die Zahl der Dinge, die „man nicht mehr versteht“ stetig wächst und man sich damit einer möglichen gemeinsamen Entwicklung entzieht. Manchmal ist es auch Aggression gegenüber jenen, die scheinbar mit Leichtigkeit diese Technologien nutzen, die dann als „Nerds, die nichts besseres zu tun haben“ denunziert werden.
  • Resignation… Irgendwann muss man es nutzen, weil es eventuell die früheren Varianten nicht mehr gibt (CD-Player, Drehknöpfe, KFZ ohne „Bevormundung“, einfache Handtelefone, Software ohne Cloud oder Abo…) – es ist jedoch fortwährender Frust oder man schwelgt lieber in der „guten alten Zeit“

Technologie ist ein Werkzeug

Es dauert eine ganze Weile, bis man lernt, mit einer Säge gute Ergebnisse zu erzielen.

Wie halte ich die Säge, wann und wie übe ich Druck aus (oder nicht), ziehen oder schieben, wie wird der Schnitt gerade und wie reißt er nicht aus, was ist beim Ansetzen und was kurz vor dem Ende zu bedenken. Wie verhält sich die Säge bei unterschiedlichen Materialien, und für welche ist sie ungeeignet. Ab wie vielen Stunden Übung kann ich reproduzierbare, gute Ergebnisse erzielen, auf die ich selbst „Stolz“ sein kann (in mir ein zufriedenes Gefühl auslösen)

jedes Werkzeug mit gelernt, geübt und gemeistert werden!

… und das alles bei einer Säge, einem sehr alten Werkzeug, das vermutlich jede/r kennt.

Auch KI ist ein Werkzeug, ein Spurhalte-Assistent oder ein Staubsauger-Roboter, Photoshop oder LinkedIn:

Werkzeuge, die uns dienen sollen
– wenn wir wissen, wie wir sie richtig BEdienen

Überzogene Erwartungshaltung?

An uns selbst und die Technologie.

Wir erwarten von uns heute, alles auf Anhieb zu verstehen und sinnvoll nutzen zu können. Wir erwarten von Technik, dass sie selbsterklärend, intuitiv bedienbar und ohne Lernprozess fehlerfrei funktioniert. Beides ist natürlich kaum erfüllbar.

Jede Technik hat Schwächen und macht Fehler. Die Säge kann stumpf sein, das Sägeblatt verbogen sein. Der City-eScooter ist nicht für jedes Gelände geeignet, der teil-autonome Tempomat schaltet sich bei zu tief stehender Gegenlicht-Sonne aus, der Cloud-basierte Algorithmus liefert nicht die erwarteten Ergebnisse, die KI halluziniert…

Digitalisierung ohne Infrastruktur
KI generiert … frustriert, überfordert, genervt?

Auch wir selbst werden kaum unserer eigenen Erwartungshaltung gerecht. Wir sind selten objektiv, haben oft zu viele Antworten (aus vergangenen Erfahrungen) und zu wenige offene Fragen.

Wir muten uns zu viel zu, indem wir von uns erwarten, ungelernt schnell erfolgreich sein zu wollen (oder glauben zu müssen). Das „Scheitern“ klingt zwar schön in Management-Keynotes, fühlt sich aber einfach nicht gut an – und lässt Selbstzweifel wachsen – besonders, wenn wir Andere mit „Leichtigkeit“ agieren sehen.

Wie wäre es mit mehr Demut und Offenheit auf unserer Seite und mit einer nachsichtigeren Haltung der Technologie gegenüber – gemeinsam explorieren, sich annähern, miteinander wachsen – am Besten gemeinsam mit Anderen (Social Learning) … oder sogar mit Lust, Spass und Freude?

Muss ich alles können?

Technologie war früher meist in Fachgebieten im Einsatz.

Komplizierte Geräte oder Software-Lösungen wurden im professionellen Umfeld nach langjähriger Ausbildung und täglicher Nutzung eingesetzt. Moderne, cloud-basierte Software, spezialisierte Fahrzeuge oder Geräte mit sehr fortgeschrittenen Funktionen sind immer mehr im Alltag angekommen.

Um einen eScooter zu buchen und zu nutzen, braucht es:

  • eine Kreditkarte
  • ein Online-Konto
  • ein Smartphone
  • einen Datenvertrag
  • einen ad-hoc Vertragsabschluss
  • Balance-Gefühl
  • Kenntnis über das Fahr-/Rutsch- und Bremsverhalten
  • die speziellen Verkehrsregeln
  • und wie mit Gepäck umzugehen ist.

Und ja, wer das öfters macht, hat bereits alle notwendigen Voraussetzungen, findet all das sehr leicht und macht vieles davon automatisch ohne groß nachzudenken.

password
Nutzen Sie einen Passwort-Safe?

Wer sich z.B. einen Passwort Safe eingerichtet hat und den diszipliniert bedient, wird – egal bei welcher Plattform oder Anmeldung – diese Hürde kaum als solche wahrnehmen. Menschen, die nachwievor Passworte versuchen auf Zetteln zu verwalten, sie sich zu merken oder immer das Gleiche versuchen zu verwenden, sind bei jeder neuen Registrierung genervt.

Eine Vermeidungs-Taktik mag sicher noch eine Weile funktionieren, ich bin jedoch überzeugt, dass es etwas mit Menschen „macht“, wenn sie sich zunehmend „abgehängt“ fühlen.

Hingegen ein – in kleinen Schritten – lernendes Zurückerobern oder sogar neugieriges, Zukunftslust-getriebenes Entdecken neuer Technik und eigenen Fähigkeiten – halte ich für viel zufriedenstellender und dem Selbstwertgefühl zuträglicher.

Besonders generelle Digital-Kompetenzen werden immer wichtiger,
ob im privaten oder beruflichen Kontext.
Wer mit Technologie umgehen kann, sich sinnvolle Rituale,
Methoden und Abläufe antrainiert hat,
hat es sehr viel leichter.

Eine Empfehlung für einen anderen Zugang

Ich möchte mir die Freude am Entdecken erhalten, am „Puls der Zeit“ sein, versuchen zu verstehen, was es Neues gibt – und wohin das führen kann. All das ist für mich ein wichtiger Teil von „Digital Bewusst Handeln“, was ich versuche zu fördern.

In den folgenden vier Schritten gehe ich an neue Technologie heran. Dieser „Prozess“ kann auch einige Monate dauern, da im ersten Schritt meist schon sehr früh über das was kommt informiert wird. Bis es dann verfügbar ist, kann ich mich schon umfassend damit theoretisch befassen.

  1. Vernetzen: Ich vernetze mich mit Menschen, die im jeweiligen Thema schon recht weit sind. Dadurch lerne ich welche Fragen sie sich stellen, was sie begeistert und über welche Problem gesprochen wird.
  2. Leihen: Im nächste Schritt versuche ich die neue Technologie zu leihen (Test-Abo, SharingService, im Geschäft) um erste Erfahrungen zu machen – ohne der Erwartung, das ich sofort begeistert bin, oder alles klappt. Bei einer Probefahrt mit neuen Asssistenz-Systemen lasse ich mir die erklären, gerne auch vorführen, bei Software schaue ich mir Review-Videos von Nutzer/innen an.
  3. Nutzen: In der „Nutzungs-Phase“ versuche ich die Technik auf sehr viele Arten anzuwenden, in diversen Situationen einzusetzen, gerade auch in „Randbereichen“ – um herausfinden wofür die Technik ideal und vertrauenswürdig, gut aber mit Vorsicht oder schlecht/nicht einsetzbar ist. eScooter auf nassem Kopfsteinpflaster ist eher gefährlich aber machbar, KI ohne gute Daten und Kontext sinnfrei, ein Spurhalteassistent auf Feldwegen meist nutzlos, in Baustellen mit überlagerten Linien kritisch.
  4. Vertrauen aufbauen: Je mehr Übung und Erfahrung zusammenkommen, um so sicherer, automatischer und „vertrauter“ wird man mit Technologie. Besonders in den Randgebieten lernt man wie es „trotzdem“ noch funktioniert, oder wie man sich helfen kann, wenn es nicht klappt. All das führt zu hoher Sicherheit und Freude and der „Antwort“ auf die Frage oder das Problem, das diese Technik bietet. Ich vertraue auf mein Können und das, was die Technik wiederholbar fehlerfrei leistet.
eScooter
eScooter in China 2013
KI AnwendungsTipp
KI mit anderen lernen
Meine Photovoltaikanlage
Strom selbst erzeugen – seit 2003

Fortschritt geht selten wieder weg

Nicht alles ist ein echter Fortschritt, doch nur selten verschwindet eine Technologie wieder – und wenn, dann weil sie von einer neueren ersetzt wird.

KI generierte E27 Leuchtmittel – von der 100 Watt Glühbirne über die 20 Watt Energiesparbirne zur 5 Watt LED Leuchte

Von der Glühbirne – Achtung heiß, über die Energiesparlampe – Achtung giftig hin zur LED Leuchte… oder bald zu Oled-Leuchtflächen: Jeder Technologieschritt oder „Sprung“ verlangt von uns neu zu lernen und auch unser Verhalten anzupassen.

Mir war immer wichtig so gut wie möglich zu verstehen, wie etwas funktioniert, um eine gute Entscheidung zu treffen, ob und wie viel Zeit, Geld und Energie ich in etwas stecke. Das möchte ich gerne weitergeben und auch anderen helfen, mehr Freude an einer Entwicklung/Bewegung zu haben, als es sich oft anfühlt.

Botschafter Ministerium für Neugier und Zukunftslust
Botschafter Ministerium für Neugier und Zukunftslust

Zukunftslust ist dabei ein wunderbarer Begriff des „Ministeriums für Neugier und Zukunftslust„, der sehr gut ausdrückt, wie man Neuem erst einmal positiv begegnet, mit Neugier erforscht und sich dann eine gesunde Meinung bildet.

Viel Spass dabei!

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