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Willkommen auf meinem Blog

Mir ist es wichtig, dazu beizutragen, das Internet zu einem wertvollen Ort zu machen, in dem sich Menschen austauschen, voneinander lernen und wir gemeinsam eine lebenswerte Zukunft gestalten.
Mission:
„New Work“ im Digitalzeitalter bei Continental and beyond…

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Mehr als nur eine Urkunde

Stolz auf Urkunden

Im Trainingsumfeld ist es üblich, bei erfolgreichem Abschluss eine Urkunde zu überreichen. Wie ist das im Social Learning ohne klassischem Trainer, mit selbstgesteuerten Lernpfaden und im virtuellem Setup?

Zuerst ein Beispiel, wie aktuell eine Urkunde bei uns aussieht: (die Kollegin hat sie auf LinkedIn gepostet)

GUIDE Zertifikat 2020

Hierbei handelt es sich um eine Urkunde, die unsere GUIDEs (Veränderungsbegleiter) nach einer 14 wöchigen – begleiteten Social Learning Reise bekommen.

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Lunch&Learn beim HR Performance Institut

Es ist sicher nicht verwunderlich, dass mir dieses Format besonders gut gefällt:

Einladung zum Lunch & Learn beim HR Performance Institut

Lunch & Learn • Miteinander lernen und gemeinsam wachsen

Eingeladen war ich zur Folge L&L 25 : Die Zukunft der Arbeit: Mit Harald Schirmer einen Blick nach vorne wagen! Die Unterhaltung mit Nele Kreyßig (Geschäftsführung des HR Performance Institut & Beraterin für New Leadership, Selbstführung, Mindful Organizations) war schon im Vorfeld super inspirierend und von Neugier und Wertschätzung geprägt. Hier einer der Posts am Morgen des Events mit knapp 6000 Zugriffen auf LinkedIn:

In diesem Artikel ein etwas ausführlicherer Bericht dazu

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MitmachFernsehen – zu Gast bei Alex & Ragnar

Live Show Alex & Ragnar

Ein tolles Format, das Alex Eggers und Ragnar Heil da auf die Beine gestellt haben. In einer LIVE Videosendung mit professionellem Schnitt und Überblendungen, Einblendung von Live-Kommentaren aus LinkedIn, Twitter, Facebook, Twitch und YouTube, Synchron-Streaming auf diversen Plattformen. Technisch beeindruckend und sehr angenehm und spannend in der Moderation.

Da ich schon viele Jahre aus dem Homeoffice Keynotes, Interviews, Workshops und Podcasts streame, war ich natürlich sehr neugierig, was Beide auf die Beine gestellt haben.

Mein Video Equipment
Video Streaming Equipment

Thematisch ging es im Interview um Transformation: Konzepte, Methoden Erfahrungen, Tipps und praktische Beispiele wie Adoption, Kultur, Kommunikation, Support, Lernen und Guidance mittels NewWork und kollaborativen Netzwerken erfolgreich umgesetzt werden kann.

Hie ein paar Hintergründe auch zum Setup/Equipment und die Aufzeichnung der Sendung:

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DIY Speichenschutz für Hinterher Fahrradanhänger

Seit ca 2019 bin ich vom einem etwas einfacheren (Rohre und Nylon) Fahrradanhänger auf den Münchner „hinterher hmax“ umgestiegen. (werde weder bezahlt noch verdiene durch Klicks – es geht um eine DIY Anleitung). Für mich ist der Anhänger neben Transportgerät fürs Fahrrad (Einkäufe, Pflanzen, Gartenabfälle, Stand Up Paddel, Getränkekästen/Altglas…) auch Schubkarre oder Handwagen – also sehr vielseitig genutzt.

Was mich bisher gestört hat, ist das es beim Transport von „weichen“ Dingen leicht passieren kann, dass diese in die Speichen kommen oder zumindest am Reifen scheuern. Natürlich ist der große Vorteil dieses Anhängers, dass man ihn sehr klein und Platzsparend zusammenlegen kann – trotz der hochwertigen, massiven Aluwanne.

Schutzwirkung beim Fahrradanhänger
Schutzwirkung beim Fahrradanhänger
Speichenschutz Fahrradanhänger
fehlender Speichenschutz

Deshalb hier meine „Do it yourself“ Anleitung für einen Radschutz für den Fahrradanhänger:

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Angst vor dem Scheitern?

Als Antwort auf den lesenswerten Post „…schon wieder gescheitert“ von Stefan Lapenat auf LinkedIn hier meine Erfahrungen mit der Angst zu Scheitern und wie man diese verändern kann.

Woran scheitern wir?

Eine Art, sich vor dem Scheitern zu schützen, in dem man gar nicht erst Neues beginnt, bezeichne es gerne als „gelernte Selbwirksamkeitslosigkeit“ – aufgeben, bevor es richtig los geht. Ob es im Einzelfall Angst vor dem Scheitern selbst, vor dem Anders sein, nicht angepasst sein, sich erklären zu müssen, es nicht zu schaffen, nicht schnell genug/gut genug/außergewöhnlich genug ist, es nicht gut „verkaufen“ zu können mag variieren. Viele sind mir auf meinem Weg begegnet, die resigniert haben – assimiliert von einem Wachstums/lean/fehlerfrei-System. „Ich kann eh nichts ändern“. Selbst in Kursen und Trainings wurde in Vorstellungsrunden unisono angegeben: Was kann ich schon bewirken… wie traurig!

Angst vor dem Scheitern

Ich werfe hier bewusst 2 Dinge in einen Topf: Veränderung und Lernen, weil es für mich sehr ähnlich ist. Beides braucht den Mut, etwas Bestehendes in Frage zu stellen, es zu verlassen um etwas neues/anderes zu entdecken.

Rückblick – eigentlich sind wir ganz anders!

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Gewählt zum Top HR-Influencer

Harald Schirmer - Top HR Influencer

Vielen Dank an das Personalmagazin und das Team von Haufe, dass mich auf Platz 4 der 10 Top HR-Influencer 2020 gewählt hat. Der Umgang mit Sozialen Netzwerken ist für mich eine (Lern-)Reise, die im HR Umfeld seit bald 10 Jahren mit im Schnitt einer Zeit-Investition von mindestens 20 Minuten pro Tag einhergeht. Also stattliche 1.200 Stunden recherchieren, lernen, netzwerken, teilen, schreiben, lesen, bewerten, wertschätzen, kommentieren – auf diversen Kanälen. (ohne längere Artikel, Keynotes, Interviews, Buchbeiträge, Studien etc.)

In diesem Artikel möchte ich deshalb ein paar Highlights, persönliche Erfahrungen, meinen Umgang mit Social Media und Hintergrundzahlen dazu teilen:

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Beitrag zum IOMSummit 2020

Konferenzen werden digitaler – so auch der Treffpunkt der Digital-Aktivisten in Deutschland. Erfahrungswissen, Erlebnisse, Austausch auf Augenhöhe und sehr persönliche Kontakte verspricht Björn Negelmann mit dem IOM Summit 2020 von Kongress-Media allen Teilnehmern und löst das seit Jahren immer wieder mit sehr viel Engagement ein.

ioms20
#IOMS20

Ich freue mich heute meinen Beitrag zu leisten (11:20 Uhr) unter dem Titel:

Auf dem Weg zu einem digitalen Arbeiten @ Scale bei Continental

Hier die Inspirations-Karten meines Beitrags und einige Gedanken dazu, die ich teilen und diskutieren möchte:

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Freude am Lernen gestalten – LLLcamp Keynote

selbstbestimmtes Lernen?

Heute bin ich eingeladen beim online Event „Lebenslanges Lernen > Learning Circles, lernOS, Persönlichkeit, Tools und mehr“ Barcamp eine Keynote zu halten. Initiiert hat das Sebastian Gelhausen, ein aktiver Promoter von neuen Lernformaten! Mein Fokus dabei ist es zu zeigen, wie wir bei Menschen wieder eine LernLust erzeugen können… Neugier, Mut, Selbstvertrauen – nachhaltig und gemeinsam.

Feedback aus meiner Session am 15.05.2020 um 19:00 – 19:45 Uhr mit großem Dank fürs Mitmachen und die wertschätzenden Diskussionen auch danach bis 22:00 Uhr

Oft gehört: Ich habe keine Zeit zum Lernen, oder „ich darf das während der Arbeitszeit nicht“:

Warum müssen sich heute immer noch Mitarbeiter dafür entschuldigen, wenn Sie lernen, nicht aber für so manches Meeting?
https://twitter.com/KolSeb/status/1272566343234129920?ref_src=twsrc%5Etfw
https://twitter.com/bhilgert16/status/1272579774251220993?ref_src=twsrc%5Etfw
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Lern-Interview mit dem Unternehmensdemokraten

Ist alles geregelt, sicher, klar und einfach, entsteht Bequemlichkeit
– und das Ende der Menschheit.

Interview Unternehmensdemokraten

Roboter und Softwareprogramme sind dafür gemacht, Regeln zu befolgen, und können das rund um die Uhr in höchster Präzision. Menschen können träumen, verrückte Dinge tun, Kultur schaffen, spirituell sein, Sinn hinterfragen, emphatisch und sozial sein, lieben und Dinge erfinden… unsere Zukunft liegt nicht im programmiert werden, Algorithmen befolgen oder perfekt sein! Warum sind unsere (Schul-/Organisations-/Politik-) Systeme immer mehr darauf ausgelegt, uns unselbstständig zu machen?

Die Zahl der Menschen, die nach Vorgaben und einfachen Antworten ruft, sich und anderen nichts zutraut, scheint zu wachsen.

„Die verstehen das nicht!“
ist Ergebnis langjähriger Konditionierung von „Du kannst das nicht!“

Freiheit ist unbequem, aufwändig und verlangt nach reflektiertem Handeln und Disziplin – in welcher Welt wollen wir leben? Ich möchte eine Zukunft erlebbar machen und mitgestalten, in der wir uns selbst und anderen Dinge zutrauen, Freude an Vielfalt haben und respektvoll miteinander umgehen, die Wunder der Welt, der Natur entdecken – und sie bewahren.

Freiheit muss geübt werden!

Über einen längeren Zeitraum hinweg hat mich Dr. Andreas Zeuch (die Unternehmensdemokraten), rund um das Thema Lernen nach meinen Erfahrungen befragt. Eine für mich sehr spannende und persönliche Reise durch die Zeit. Die Schulzeit, Ausbildungen, meine Arbeit und der eigene Weg, „Lernen“ neu zu entdecken.

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Fürs Leben lernen? – Digitale Transformation und Schule

Digitaloffensiven greifen zu kurz

Gemeinschaftsartikel (ungekürzt) von Anna-Maria Schirmer / Harald Schirmer für einen Artikel in KUNST + UNTERRICHT (Friedrich Verlag) – Heft 441/442 2020 Bestellnummer 51441 Link zum Heft

Unter dem Druck, Schritt halten zu müssen, werden Schulen mit Smartboards und W-Lan ausgestattet, Schulbücher digitalisiert und Tablet-Klassen eingeführt. In hitzigen Debatten wird um die Einführung neuer Unterrichtsfächer gestritten oder gar vorgeschlagen, das überkommene schulische Lernen im Klassenverbund durch individuelle, passgenaue Lernoptimierung via Internet zu ersetzen. 

Bei allem guten Willen, haftet vielen Bemühungen ein fahler Beigeschmack an, denn selten reicht die Aufmerksamkeit, um hinter die Hochglanzfassaden der schönen, neuen Technikwelt zu blicken und die eigentlichen Notwendigkeiten der Zeit zu reflektieren. Und so läuft manche stürmische Offensive am Kern der Entwicklung vorbei und die Ausstattung mit noch so potentem technischem Gerät greift zu kurz. Wir haben es nicht lediglich mit neuen Werkzeugen, sondern mit tiefgreifenden, alle Bereiche des Lebens umfassenden Veränderungen weit über den äußerlich sichtbaren technischen Fortschritt hinaus zu tun (Burda 2010, 87f.). Wer nur die bisher gehabten Prozesse und Strategien digitalisieren möchte, hat den Kern der digitalen Transformation nicht verstanden. Es gilt, genaue Analysen der konkreten Veränderungen vorzunehmen und daraus diejenigen Erfordernisse abzuleiten, die notwendig sind, um Menschen als Gestalter ihrer Zeit stark zu machen. 

Dies gilt insbesondere, wenn im Streit um Pfründe das vermeintliche Ass aus dem Ärmel gezogen wird, die Wirtschaft brauche Informatiker und Programmierer, ohne algorithmisches Denken stünde man später zwangsläufig auf der Straße und deshalb müsse etwa dem Lernen von Programmiersprachen, Robotik-Kursen und Informatik die erste Priorität eingeräumt werden. Eine ganzheitliche Bildungsidee zugunsten einseitig technisch-rationaler Gewichtungen auszudünnen, ist grob fahrlässig und geht zudem an den Erfordernissen der Zeit und der Arbeitswelt vorbei.

New Work, New Learning – wohin geht die Reise?

Eine der größten Veränderungen jüngster Geschichte durchzieht im Moment alle Ebenen der Gesellschaft und sorgt für radikale Umstrukturierungen in vielen Feldern der Arbeitswelt.

Auslöser dieses, von heftigen Umbrüchen flankierten Wandels ist eine Kombination aus Globalisierung, Automatisierung, politisch-gesellschaftlicher Herausforderungen und veränderten ökonomischen Bedingungen. Diese wiederum fußen auf den technologischen Entwicklungen, namentlich der Digitalisierung. (Kestler/Rump 2019, 176). 

Eine große, nur durch elementare gesellschaftliche Umstrukturierungsprozesse zu meisternde Herausforderung liegt in der zunehmenden Automatisierung von Arbeitsprozessen, denn Roboter und AI übernehmen immer mehr Tätigkeitsbereiche, die zuvor Arbeitsplätze sicherten. Berechen- und steuerbare Prozesse werden in vielen Arbeitsfeldern über kurz oder lang mit hoher Wahrscheinlichkeit von computergesteuerten Maschinen übernommen. Zudem verändern sich viele Arbeitsprozesse durch die wachsende digitale Vernetzung.

Anhand präziser Thesen beschrieb der Wirtschaftspsychologe und Netzwerktheoretiker Peter Kruse den Einfluss, den das Internet auf Gesellschaft und Wirtschaft hat. Er spricht von  Machtverschiebungen, Spontanaktivitäten, Aufschaukelungseffekten und beschreibt damit die Charakterisitik eines nicht-linearen Systems, das sich den tradierten Management- und Steuerungsmethoden entzieht. Was heute in ist, kann morgen out sein, was sich heute gut verkauft, ist morgen vielleicht schon überholt. (Kruse 2010, 69f.)

Durch die Vernetzung und den damit verbundenen Zuwachs an Komplexität, haben wir es in vielen Arbeitsfeldern (und darüber hinaus Bereichen des Lebens) heute mit derart nicht-linearen, schwer steuerbaren Systemen zu tun. Der Manager, der Unternehmensprozesse plant, vorstrukturiert und die kleinschrittige Ausführung dann nur noch überwacht reicht heute nicht mehr. Der Arbeitnehmer, der weitgehend fremdbestimmt jene kleinteilig organisierten Arbeitshäppchen nur abarbeitet und abliefert, ebenso wenig. Es gilt vielmehr zu lernen, mit Unschärfen und Unbestimmbarkeit umzugehen und sich auf permanente Veränderung nicht nur einzulassen, sondern diese verantwortungsbewusst und sinnorientiert mitzugestalten. 

Die Systemarchitektur digitaler Netzwerke hat die Spielregeln der Wirtschaft maßgeblich verändert und bringt neue Formen der Unternehmenskultur hervor. Hinter den Schlagworten New Work, New Leadership, Open Space, Makerspace, Engagement und Empowerment, agiles Arbeiten und Lernen, Design Thinking und ähnlichem stehen Konzepte, welche im Kern darauf zielen, Menschen und Systeme  „Vuca-fähig“ zu machen (Graf, Gramß, Edelkraut 2017, 15f.)

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Abb:  VUCA und die Verschiebung in Bezug auf Arbeiten und Lernen

Das Akronym VUCA  (volatile, uncertain, complex, ambigious ) steht für die Beschreibung der veränderten Rahmenbedingungen, die sich durch die Digitialisierung ergeben. 

In einer Welt, die sich ständig und oft unvorhersehbar verändert, ist Flüchtigkeit und Unfertigkeit (volatility) eine zentrale Kategorie, mit der es umzugehen gilt. Da sich Ereignisse kaum noch prognostizieren lassen, wird Ungewissheit (uncertainty) zum Regelfall, denn bei der hohen Komplexität (complexity) stetig wachsender, hoch vernetzter Systeme, greifen einfache Erklärungsmuster ins Leere. Im hochkomplexen, schnelllebigen und von vielen Unsicherheiten geprägten Umfeld, tritt Mehrdeutigkeit (ambiguity) an die Stelle vermeintlich Klarheiten.

In dieser Dynamik besteht gut, wer durch Veränderungsbereitschaft und Innovationskraft handlungsfähig bleibt. Resilienz und Lernfähigkeit werden auf allen Ebenen zentrale Kategorien, denn es wird angesichts der holprigen und sprunghaften Veränderungen, die weiterhin bevorstehen für den Einzelnen sowie für die Systeme darum gehen, Krisen als Anlass für Weiterentwicklung sehen und nutzen zu können. Auch Initiativkraft und Verantwortungsübernahme sowie die Fähigkeit, Zusammenhänge zu durchschauen und in sinnhafter Weise zu gestalten, werden immer gefragter werden. Die Herausforderungen sind groß, eine Wende zu verantwortungsbewussterer Ökonomie steht längst an (Berners-Lee 2019, 143f.). Eine weiterhin rücksichtslose und kurzsichtig auf Gewinnmaximierung zielende Wirtschaft können wir uns schlicht nicht mehr leisten. Für die Wirtschafsethikerin Sara Spiekermann ist klar, dass eine neue Technologie- und Unternehmenskultur zu entwickeln ist, „die beim verantwortlichen Handeln jedes Einzelnen ansetzt“ (Spiekermann 2019, 365). 

Damit diese, in vielen Bereichen angestoßene Wende gelingt, müssen Bildungsinstitutionen die veränderten Paradigmen wahrnehmen und reagieren.

New Life

Nicht nur die großen gesellschaftlichen Systeme wie etwa die Arbeitswelt sind durch die, sich rasant weiter entwickelnden Informationstechnologien in eine Beschleunigungsspirale geraten, auch das individuelle, persönliche Leben ist in dieses, vielfältige Chancen aber auch Risiken umfassende Universalprogramm involviert. Jeder von uns ist in unzählige Vernetzungen verwoben, die uns Räume scheinbar unendlicher Möglichkeiten eröffnen, zugleich aber unsere Handlungs- und Meinungsfreiheit auch auf manipulative Weise einschränken können. Neoliberale Erzählungen  – nicht selten mit dem euphorischen Klang von Heilsbotschaften versehen – feiern die Freiheit, die sich mit dem Fortschritt automatisch ergebe (Harari 2019, 75): qua neuester Technologien wie BigData und AI gewinnen wir fortwährend Zugriff auf alle Bereiche des Lebens; wir können jederzeit mit beinahe jedem verbunden sein, können uns schier grenzenlos informieren, identifizieren und positionieren. 

Die real entstehenden Möglichkeitsräume bergen viele Chancen. So scheint etwa das viel versprochene und für klassisches Bildungsdenken zentrale Moment der Freiheit tatsächlich zum Greifen nah. Noch nie hatte eine vergleichbar große Menge an Menschen so direkten Zugriff auf Information und Weiterbildung. Eliteuniversitäten wie Harvard bieten beispielsweise Online-Kurse ohne Zugangsbeschränkung an. (https://www.edukatico.org/de/news/mooc-2-0-kurse-aus-regulaeren-studiengaengen )

Zugleich ist Freiheit auch bedroht, wie selten zuvor, denn die Befähigung zur Freiheit wächst nicht automatisch im gleichen Tempo, wie die freiheitlichen Möglichkeiten. Informationsangebote müssen genutzt werden können, Freiräume zur Mitgestaltung machen dann Sinn, wenn Menschen bereit und in der Lage sind, Verantwortung mit zu tragen und zu Gestaltern zu werden. Heute gilt es, das Bildungsziel, Menschen zur Freiheit zu befähigen, ernsthafter und konsequenter denn je zu verwirklichen (vgl. Schirmer 2020).

Neue Möglichkeiten?

Allmählich ist zu beobachten, wie sich im Zug der umfassenden Transformationen in der Arbeits- und Schulwelt neue Lernkulturen über viele Widerstände hinweg entwickeln und etablieren. 

Ein zentraler Aspekt ist die Verschiebung von stark instruierendem, fremdbestimmtem Unterricht zu diversen Beteiligungsformaten. Beteiligung meint dabei, dass Lernende mit ihren individuellen Dispositionen als selbstständiger Konstrukteure des eigenen Lernprozesses ernst genommen werden. Der Gedanke ist freilich nicht neu, sondern lässt sich bis in die Reformpädagogik zurückverfolgen. Dementsprechend finden wir auch in der Kunstdidaktik eine Vielzahl bewährter offener Unterrichtsformen; vom gelenkt entdeckend-forschenden Lernen, über diverse Projektunterrichtsformate bis hin bis zu radikal ergebnisoffenem Werkstattunterricht reicht die Palette der zum Teil auch gut in der Praxis evaluierten Vorschläge. Selbstgesteuertes Lernen und darauf läuft „Beteiligung“ hinaus, befähigt Lernende sukzessive sich eigene Lernziele zu setzen, dafür angemessene Techniken, Inhalte und Strategien selbstständig zu wählen und die eigenen Lernfortschritte zu reflektieren. Digitale Werkzeuge räumen in diesem Bereich neue Möglichkeiten ein, wenn wir zum Beispiel an Formen der kollaborativen Zusammenarbeit denken.

Beispiel für Kollaboration Bildbeschreibung von Dr Lars Zumbansen:

Eine weitere zentrale Kategorie für neue Lernkultur sind Neugier und Sinnorientierung. Nur wer eine echte Frage stellt, macht sich intrinsisch motiviert auf die Suche nach einer Antwort und erwirbt so die Fähigkeit, sich Sinnzusammenhänge selbstständig fragend zu erschließen. Eine fragende, neugierige Haltung ist für eigenverantwortliches lebenslanges Lernen unabdingbar und damit eine Schlüsselqualifikation. Traditionelle Formate der Wissensvermittlung übergehen den zentralen Schritt des Fragenstellens häufig. An dieser Stelle wird auch der Unterschied zwischen Lernen für eine Welt im Zeitalter der Digitalisierung und digitalen Lernprogrammen deutlich. Während ersteres auf größtmögliche Mündigkeit zielt, untergräbt letzteres durch den kleinschrittig vor- und fremdbestimmten Lernweg individuelle Deutungs- und Bedeutungsprozesse. Derartige Lernprogramme mögen in isolierten Bereichen einen guten Dienst tun, komplexe Bildungsprozesse ersetzen, werden sie nicht. (Muuß-Merholz 2019, Kapitel 5)

An die Stelle der Lehrzentrierten Vermittlung statischer Wissenskomplexe, tritt das Lernen durch Aushandlung vernetzter und vielschichtiger Wirklichkeitsmodelle. Konzentrierte sich Wissensvermittlung bislang auf kanonisiertes, in Schulbüchern didaktisch aufbereitetes Wissen, gilt es heute stets, die vielen anderen, häufig sogar leichter zugänglichen Informationsquellen mitzudenken. „Weil es im Buch steht, ist es so“ kann heute nicht mehr überzeugen, offenbart ein rascher Blick ins Netz doch mitunter viele alternative Interpretationen einer Sachlage. Zielgerichtetes recherchieren und das Bewerten von Quellen und Informationen muss geübt und gelernt werden.

Im Schutzraum Schule gilt es, ein gesundes Gleichgewicht zwischen verlässlicher, Orientierung stiftender Bestimmtheit und beweglicher Meinungsgestaltung zu finden, um Schülern das Denken im Fluss der sich permanent ändernden Informationen zu lehren. Ein sicherer Umgang mit Mehrdeutigkeit und Ergebnisoffenheit wird zum Navigationssystem im digitalen Netz der sich überlagernden Informations- und Bedeutungsschichten.  

Letztlich wird Schule Diversität auch in vielerlei Hinsicht viel ernster zu nehmen haben, um auf eine Welt vorzubereiten, die dem Individuum viel größerer Spielräume gibt. Ausgehend vom Eingehen auf diverse Lerntypen, über die Anerkennung diverser auch multikulturell geprägter Sichtweisen und Wertesysteme wird es darum gehen, Perspektivenübernahme, Toleranz und Fremdverstehen nicht nur in den für die Schüler zu beschreibenden Soft Skills zu verlagern, sondern zu gelebter Schulwirklichkeit zu machen.

Kritisch bleiben und Schule verändern

Zweifelsohne bringt die digitale Transformation neue Formen der Wahrnehmung, des Denkens und Kommunizierens sowie der Zusammenarbeit mit sich. Setzt man allein auf digitaltechnische Ausstattung, werden jene Formen sich kaum in sinnvoller Weise entwickeln. „Für Bildungsziele wie Aufklärung und Mündigkeit, Kreativität und Vielfalt, Freiheit und Verantwortung braucht es keine Vereinfachung der digitalen Welt, sondern Ansätze, die das offene Netz umarmen, den Umgang mit Vielfalt und Chaos fördern, selbstbestimmt Aktivitäten und kollaborative Projekte ermöglichen.“ (Muuß-Merholz ebd.) 

Das „umarmen offener Netze“ mag für viele zu weit gehen, die Notwendigkeit, jene durchaus mit langer Tradition versehenen Bildungsziele endlich ernsthafter zu verfolgen, sollte jedem pädagogisch Tätigen indes klar sein. Im technologisch potenzierten „anything goes“, muss um menschengerechten Fortschritt und die diesen befördernde Bildung gerungen werden (Spiekermann 2019). Und deshalb müssen wir uns auch (selbst-)kritisch fragen: 

Erwerben Schülerinnen und Schüler die Fähigkeit, selbstorganisiert und selbstbestimmt zu lernen und zu arbeiten? Wecken wir Neugier und Entdeckerfreude? Statten wir Kinder und Jugendliche mit der Fähigkeit und dem Impuls Fragen zu stellen aus? Tragen wir dazu bei, aus Kindern resiliente Erwachsene zu machen? Fördern wir eine transversale und kritische Vernunft und bewegliche Denkformate? Ist das Lernen in Sinneinheiten an die Stelle der Vermittlung additiver Wissensfragmente gerückt? Lösen unsere Bildungseinrichtungen das Versprechen, Kinder zu mündigen Menschen zu erziehen ein?

Quellen:

Autoren:

Anna-Maria Schirmer – Bildungswissenschaftlerin, Seminarlehrerin, Autorin…: die-ideenwerkstatt.de und ich 😉

Kunst+Unterricht 441/442, 2020 Best. Nr. 51441

erstmals veröffentlicht: 

Kunst+Unterricht 441/442, 2020 Best. Nr. 51441

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